10 Dinge, die man mit Nadelbäumen machen kann – Essen von Fichten, Tannen, Kiefern etc.

10 Dinge, die man mit Nadelbäumen machen kann – Essen von Fichten, Tannen, Kiefern etc.

Mal ein Ausflug in den Bereich der essbaren Wildpflanzen: Eine Liste mit zehn Ideen, was man von Nadelbäumen wie Tannen, Fichten, Kiefern und Douglasien essen & zubereiten kann.
Alle Nadelbäume bis auf Eiben & Zypressengewächse sind essbar, man muss sich jedoch absolut sicher sein, dass es sich nicht um die giftige Eibe und nicht um ein Zypressengewächs handelt. Daher vorher genau die Merkmale vergleichen!

Nadelbäume bieten eine Reihe an interessanten Nahrungsmitteln, die teils intensiv aromatisch schmecken und teils sogar eiweiß- und fettreich sind und als Survival Nahrung (etwa beim Bushcrafting) gegen den Hunger gegessen werden können.

Solltet ihr noch weitere Ideen & Rezepte haben, hinterlasst gerne ein Kommentar unter diesem Artikel!
Jetzt geht es aber los:

10 Nahrungsmittel Ideen / Essen von Nadelbäumen

1. Tee aus Nadeln

Der absolute Klassiker ist ein Nadel Tee (meist Fichtennadel Tee / Tannennadel Tee, jedoch auch Kiefern, Douglasien etc. können so verwendet werden). Hierfür werden auf 500ml Wasser etwa eine Hand voll Nadeln gepflückt und in einen Topf gegeben, dann 5-20 Minuten lang gekocht.
Gerade am Lagerfeuer ist so ein Tee toll, er wärmt und schmeckt & riecht wunderbar, wirkt außerdem auch antibakteriell und immunsteigernd. Der Geschmack variiert je nach Baumart zwischen zitronig, orangeig, herb und bitter, ist jedoch immer harzig und waldig.

Draußen kann man sich so einen Tee einfach im Campingkochtopf auf einem Hobo oder einem Gasbrenner kochen.

2. Baumnadel Likör

Man kann sich aus den Nadeln aller ungiftigen Nadelbäumen einen Likör herstellen, indem man eine Hand voll Nadeln auf 0,5 Liter Schnaps gibt, 100g Zucker hinzu gibt und es in einem verschlossenen Gefäß 1-8 Wochen ziehen lässt und das Pflanzenmaterial dann abfiltert.
Je nach Geschmack können noch weitere Gewürze hinzufügen, etwa Zimt, Vanille, Nelken, Muskat (Muskatnuss ist eine psychoaktive Pflanze, hier geht es zu Infos dazu!), Orangenschalen oder Waldmeister.
Auch hier gilt wieder, dass der Geschmack des Likörs je nach verwendeter Baumart sehr unterschiedlich sein kann und dass man hier viele Möglichkeiten zum Experimentieren hat.

So kann man einen winterlichen Gewürzlikör herstellen, der beispielsweise perfekt zu Weihnachten passt.

 

3. Junge Triebe & Nadeln als Snack

Die noch hellgrünen Nadeln und Triebe sind weitaus zarter und weniger zäh als ältere Exemplar, weswegen man sie als Snack einfach zwischendurch kauen & essen kann, hierfür sind vor allem Fichten gut geeignet.
Desweiteren gibt es bei Kiefern die Möglichkeit, junge Triebe von den Nadeln zu befreien  (abstreifen & pflücken), woraufhin ein hellgrüner „Stiel“ zu sehen sein sollte. Dieser Stiel ist recht saftig und zart, daher ein sehr gutes Gemüse zum Knabbern. Man kann so wohl die Kiefern Triebe als auch die hellgrünen Nadeln auch einem Salat beifügen.

Der Geschmack ist säuerlich, harzig und herb, also sehr erfrischend. Dies ist also ein perfekter Tipp für eine Wanderung!
Am meisten dieser jungen Triebe und Nadeln wachsen im Frühjahr, jedoch auch an den sonstigen Monaten im Jahr kann man welche finden.

 

4. Eibenfrüchte – der „Zapfen“ der Eibe

Wie gesagt ist die Eibe ein giftiger Baum, der sehr schnell lebensgefährlich wird. Der einzige ungiftige Teil dieses Nadelbaumes sind die roten Früchte (oder korrekter die Samenmantel), die ab September zu sehen sind.
Doch Vorsicht: Der Samen, der sich in diesem roten Fruchtfleisch befindet, ist wieder tödlich giftig! Man darf ihn auf gar keinen Fall zerkauen oder schlucken, am besten man entfernt ihn mit den Fingern, bevor man das Fruchtfleisch in den Mund nimmt.
Für Kinder ist das deswegen nichts und nur sehr vorsichtige Pflanzensammler sollten die Eibenfrüchte essen.

Die Samenmantel schmecken süßlich, sind eine Vitamin C Quelle und auch als Survival Food geeignet, da sie für den Menschen verwertbare Kalorien (Kohlenhydrate) enthalten. Für Bushcrafting und Survival Training also sehr interessant!

 

5. Kaupech / Kauharz / Harz von Nadelbäumen lutschen

Wenn man auf die Stämme von Fichten, Tannen, Kiefern etc. sieht, erkennt man häufig Harztropfen, die Wunden des Baumes versiegeln. Diese recht bitter, herb, zitrusartig und (welch Überraschung) harzig duftende Masse kann nicht nur als hervorragender Brandbeschleuniger für Lagerfeuer, als Räucherstoff und in Duftlampen genutzt werden, sondern tatsächlich auch (nicht in zu hohen Mengen) gelutscht und in einer seltenen Form gekaut werden.

Man sollte kein zu altes Harz benutzen, welches schon komplett bröckelig ist, sondern eher frischeres. Dieses kann man sich auf oder unter die Zunge legen und schmeckt recht bitter, hat jedoch auch eine angenehme Komponente.
Ist man nicht an bitteren Geschmack gewohnt, sollte man zunächst mit sehr kleinen Mengen beginnen, man lernt mit der Zeit, die Bitterkeit zu schätzen.

Harz in einem besonderen Stadium kann als Kaugummi aus der Natur genutzt werden, es muss etwas älter, jedoch nicht zu alt sein. Die Farbe ist dann hellgelb bis weißlich. Dieses Harz legt man zunächst unter die Zunge, bis es eingeweicht ist, dann kann man es mit Bedacht kauen.

Das Baumharz hat neben der erfrischenden und durstlindernden Wirkung (da es den Speichelfluss anregt) auch noch Heilwirkungen. Es ist antibiotisch, stärkt das Immunsystem und wirkt leicht schmerzhemmend.

 

6. Samen aus Zapfen essen

Die auf dem Boden liegende Zapfen von Nadelbäumen (meist Fichtenzapfen, oder auch Tannenzapfen und Kiefernzapfen) sind eine sehr gute Quelle von essbaren Samen. Diese Samen sind perfekte pflanzliche Notnahrung für das Bushcrafting & Survival Training, da sie eiweiß- und fettreich sind und daher dem Körper Energie zuführen können.

Um die Samen aus den Zapfen zu bekommen kann man die Schuppen heraus reißen, im Inneren der Zapfen sind sie versteckt.
Man kann die nussigen Samen rösten um den Geschmack zu verstärken, sie können etwa in Pesto oder als Topping im Salat verwendet werden (wie Pinienkerne, die als Nahrung bekannteren Nadelbaumsamen).

 

7. Nadeln als Gewürz

Neben der Verwendung im Tee können die älteren Nadeln auch als Gewürz für verschiedene Gerichte verwendet werden.
Man kann sie frisch gebrauchen oder trocknen lassen, für eine Modifikation des Geschmacks können die getrockneten Pflanzenteile auch in einer Pfanne geröstet werden. Für leichtere Verwendung können die trockenen Nadeln auch gemahlen werden (etwa in einer elektrischen Gewürzmühle).

Der Geschmack ist natürlich je nach Nadelbaumart unterschiedlich. Sehr gut passt dieses Waldgewürz in diverse Süßspeisen, etwa in Bonbons, Kaiserschmarn oder andere Mehlgerichte oder Pudding. Natürlich können auch geringe Mengen des Baumharzes als Gewürz genutzt werden. Hin und wieder gibt es sogar im Supermarkt Instantpulver eines türkischen Puddings mit Tannenharz-Geschmack zu kaufen!
Auch in Hauptspeisen kann mit den Nadeln experimentiert werden, vor allem für sehr deftige Gerichte sind sie geeignet.

Dies ist natürlich nicht jedermanns Geschmack, da es neben den Zitrus Noten auch herb und leicht bitter schmecken kann. Wenn man noch nie mit diesem außergewöhnlichen Gewürz gekocht hat, also zunächst immer mit einer sehr kleinen Menge beginnen und sich langsam „hocharbeiten“!

Habt ihr Erfahrungen mit oder Ideen für Gerichte, in die Fichtennadeln, Tannennadeln, Kiefernnadeln etc. oder auch das Harz gut passt? In die Kommentare damit!

 

8. Sirup aus den Nadeln

Vor allem aus den jungen, hellgrüneren Nadeln der Fichten wird im Frühjahr ein leckerer Sirup hergestellt.
Hierfür einfach die übliche Zubereitung eines Sirups befolgen, also die Nadeln mit Wasser und viel Zucker aufkochen und eindicken lassen.
Die Nadeln nicht zu lange im Wasser belassen, da sonst der bittere Geschmack mehr durchkommt.

Funktioniert natürlich nicht nur mit Fichten! Bei Kiefern können übrigens auch die von Mai bis Juni vorhandenen Blütenknospen für einen Sirup genutzt werden.

Ist er erst mal fertig, kann er wie Agavendicksaft als Süßungsmittel für etliche Zwecke genutzt werden, hat jedoch noch einen besonderen, harzigen Geschmack. Verwendungsmöglichkeiten wären beispielsweise für Tee, süße Smoothies, Backwaren, Müsli Riegel, Energiekugeln und in der Salat Soße.

 

9.  Baumgewürzschokolade

Eine ganz besondere Idee für eine Gewürzschokolade ist das Verwenden von Baumnadeln als Gewürz.
Hierfür können entweder die jungen, hellgrünen Nadeln möglichst klein geschnitten und in die erwärmte, flüßige Schokolade gemischt, oder die älteren (am besten gerösteten) Nadeln pulverisiert beigemengt werden.

Alternativ kann man hier natürlich auch eine sehr kleine Menge an Harz im Wasserbad erwärmen und zur Schoki geben. Um die Baumgewürzschokolade zu vervollkommnen gibt man am besten noch die oben schon erwähnten Samen aus Tannen-, Fichten-, Kiefern- oder Douglasienzapfen hinzu (entweder als Topping oder einfach rein mischen).

 

10. Limonade aus Nadeln

Ähnlich wie einen Tee kann man auch eine erfrischende, süße Limonade herstellen.
Entweder, indem man einen Tee kocht, diesen mit Zucker und Kohlensäure (etwa über ein Soda Stream Gerät) versetzt, oder indem man einen auch schon erwähnten Sirup kocht und diesen mit Sprudel Wasser mischt.

Diese Limo ist sehr erfrischend und perfekt für einen warmen Sommertag!

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2 Gedanken zu “10 Dinge, die man mit Nadelbäumen machen kann – Essen von Fichten, Tannen, Kiefern etc.

    • Stimmt 😀
      Hoffe aber, dass ich auch noch genug Mehrwert geschaffen habe, habe auch ein paar Bücher als Quelle genommen (bspw. Essbare Wildpflanzen von Kosmos).
      Und natürlich eigene Erfahrung, ist einfach super abends draußen am Hobo zu sitzen und ein Fichtennadel Tee zu kochen!

      LG

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