heilpflanzen gegen schmerzen

10 pflanzliche Schmerzmittel / Natürliche Heilmittel gegen Schmerzen

In diesem Artikel stelle ich eine Liste mit 10 pflanzlichen Schmerzmitteln vor, welche in der Volksmedizin verschiedener Kulturen schon seit langem als natürliche Heilmittel gegen Schmerzen eingesetzt werden.

Ich veröffentlichte bereits eine Liste mit pflanzlichen Mitteln gegen Kopfschmerzen, welche oft nicht durch die übrigen Schmerzmittel ausgetauscht werden können. Solltet ihr Kopfschmerzen lindern wollen, lest also auch diesen Artikel:

Natürlich kann man sich bei schweren Erkankungen und chronischen Schmerzen nicht einfach mit Heilpflanzen selbst medikamentieren.
Bitte sucht in solchen Fällen unbedingt einen Arzt auf!
Ich bin kein Arzt und kann keine fachliche Empfehlungen aussprechen.
Diese Liste soll lediglich als Sammlung von volksmedizinischem Wissen dienen und die Informationen hier sind ohne Gewähr und nur auf eigene Gefahr anwendbar.

Ich distanziere mich ganz klar von einer prinzipiellen Ablehnung der Schulmedizin.
Diese ist, im Gegenteil, nicht unerheblich für die Verlängerung der Lebenserwartung verantwortlich.

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Liste mit 10 Heilpflanzen gegen Schmerzen

1. Weidenrinde (Salix spp.)

Die Weidenrinde ist ein bei uns gut bekanntes natürliches Schmerzmittel.
Es enthält Salicin und Derivate dieses Stoffes, welches im Körper zu Salicylsäure umgewandelt wird.

Salicylsäure wirkt erwiesenermaßen schmerzlindernd, fiebersenkend und antirheumatisch.
Sie ist der Grundstoff für das pharmazeutische, extrem bekannte Schmerzmittel Aspirin (Acetylsalicylsäure).

Interessanterweise wirkt die Weidenrinde noch stärker schmerzhemmend, als es durch den Gehalt an Salicin erklärbar ist. Das bedeutet, dass die anderen Inhaltsstoffe eine synergetische Wirkung haben und die Weide so zu einem hervorragenden natürlichen Schmerzmittel machen.

Keine Wirkung ohne Nebenwirkungen – in Überdosierungen kann die Weidenrinde natürlich toxisch wirken und die Leber belasten.
Es wurde in einer Studie festgestellt, dass sie deutlich weniger Magenschleimhautreizung erzeugt, als Aspirin es tut.
Es gibt noch weitere Nebenwirkungen, hierzu bitte genau im Internet suchen oder einen Apotheker / Arzt fragen.

Die Dosierung beträgt etwa ein Gramm Rinde, welches als Tee gekocht und von dem dann täglich bis zu fünf Tassen getrunken werden.

Insgesamt handelt es sich hier um ein vergleichsweise sehr gut untersuchtes natürliches Heilmittel, welches schon seit langer Zeit in der Medizin eingesetzt wird.

 

2. Arnika (Arnica montana)

Die Arnika ist eine weitere seit langem verwendete Heilpflanze, die auch in unseren Breiten recht bekannt ist.
Sie enthält diverse Sesquiterpenlactone, welche wohl für die schmerzhemmende, entzündungshemmende und antibiotische Wirkung der Arnika verantwortlich sind.

Diese sind wissenschaftlich auch bestätigt, allerdings wird nur noch die äußerliche Anwendung empfohlen (also als Salbe, Tinktur oder in Tee getränkte Wickel).
Bei Prellungen und sonstigen schmerzhaften Verletzungen (solange es sich nicht um eine offene Wunde handelt), ist das definitiv eine Überlegung wert.
Verwendet werden übrigens die Blüten.

Bei der oralen Aufnahme können Vergiftungssymtpome, bis hin zur Herzrhythmusstörung, auftreten.

 

3. Freilandgloxinie (Incarvillea sinensis)

Nun möchte ich euch ein in Deutschland sehr unbekanntes natürliches Schmerzmittel vorstellen, die Freilandgloxinie.
Diese Pflanze wurde/wird nämlich nicht in unserer Volksmedizin, sondern in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt.

Es handelt sich hier um ein gefährlicheres, aber potentiell auch noch wirksameres Schmerzmittel als die Weidenrinde eines ist.
In einem Tierversuch wurde nämlich festgestellt, dass Incarvillea sinensis Opioide und NMDA-Antagonisten enthält.
Opioide sind potentiell suchterzeugend und in Überdosierung lebensgefährlich.

Viele starke pharmazeutische Schmerzmittel (wie Tramadol, Tilidin, Codein und Morphin) sind ebenfalls Opioide.

Es gibt wenige wissenschaftliche Untersuchungen und kaum Angaben zur Dosierung, möglichen Nebenwirkungen und Risiken.
Von einer Selbstmedikation ist daher klar abzuraten.

Erwiesen ist, dass die Pflanze analgetisch (also schmerzhemmend) wirken kann.

 

4. Nelke / Gewürznelke (Syzygium aromaticum)

Die Nelkenblüten sind natürlich als intensives Gewürz für allerlei Speisen bekannt.
Sie sind auch sehr gesund, da sie einen sehr hohen Gehalt an Antioxidantien haben und entzündungshemmend, antibakteriell und eben auch schmerzhemmend wirken.

Gewürznelke ist allerdings ein recht spezifisches pflanzliches Schmerzmittel, da es nicht oral eingenommen wird, sondern gekaut.
Es hilft nämlich hervorragend gegen Zahnschmerzen, etwa nach einer Wurzelbehandlung oder dem Ziehen der Weisheitszähne.
Einfach ein bis zwei Nelkenblüten zerkauen und im Mund belassen, nach etwa einer Minute ist dann eine deutliche schmerzstillende Wirkung ausmachbar!

Habt ihr die Zahnschmerzen spontan und nicht nach einer ärztlichen Behandlung, geht unbedingt zum Zahnarzt!
Die Nelken helfen nur um die Schmerzen zu unterdrücken, nicht gegen Karies & Löcher.

Man kann übrigens auch eine Nelken-Tinktur mit Wasser verdünnen und zum Gurgeln gegen Halsschmerzen verwenden. Der entzündungshemmende Effekt ist hier auch hilfreich!

 

5. Linde / Lindenblüten (Tilia spp.)

Die Blüten der Sommerlinde & Winterlinde sind in unserer Volksmedizin und auch in der modernen Pflanzenheilkunde sehr bekannt, meist werden sie als Tee gegen Erkältung, Grippe, Rheuma, Husten und sonstige Halsprobleme eingesetzt.

Sie wirken jedoch auch schmerzstillend, insbesondere bei Halsschmerzen und krampfartigen Schmerzen (wie Menstruationskrämpfen und Magenkrämpfen).
Auch bei Migräne sollen sie helfen.

Es handelt sich hier um eine recht sichere, nebenwirkungsarme Heilpflanze gegen leichte Schmerzen und ist definitiv ein Versuch wert!

Man kann die Lindenblüten recht einfach selbst sammeln, oder man kauft sie sich in Bioqualität.

 

6. Kratom (Mitragyna speciosa)Kratom (Mitragyna speciosa)

Kratom ist eine risikoreichere, aber auch deutlich wirksamere Pflanze.
Sie enthält Opioide und ist damit potentiell suchterzeugend und berauschend.

Für eine Selbstmedikation kommt sie also, wenn überhaupt, nur in Frage, wenn ein Arzt pharmazeutische Opioide verschrieben hat und man lieber auf etwas weniger suchterzeugende und nebenwirkungsreiche Opioide zurückgreifen möchte.

Eine offizielle Zulassung als Arzneimittel hat Kratom nicht und es darf auch nicht als Arzneimittel verkauft werden.

Ich rate klar von der Verwendung als Medikament ab!
In Thailand und Indonesien werden die Blätter des Kratombaumes gekaut, um die Arbeit leichter zu machen, für eine stimulierende Wirkung und auch gegen leichte Schmerzen.
Der Vollständigkeits halber erwähne ich diese Pflanze also dennoch, da sie in diesen Kulturen definitiv zur Volksmedizin gehört.

Einen Infoartikel zu Kratom findet ihr hier!

 

7. Pfefferminze (Mentha piperita)Minze

Neben Kamille ist die Pfefferminze eine der wenigen Heilkräuter, die fast jeder Haushalt auf Lager hat, wenn auch nur als eine wohlschmeckende Teesorte.

Bei Bauchschmerzen ist ein Pfefferminztee eine gute Idee, da er erwiesenermaßen krampflösend und schmerzhemmend wirkt!
Auch das ätherische Pfefferminzöl wird arzneilich eingesetzt, es kann äußerlich an die Schläfen gegen Kopfschmerzen aufgetragen werden, oder auch gegen Gelenkschmerzen und Muskelkater.

Auch in einer Mundspülung (natürlich verdünnt mit Wasser) zum Gurgeln kann es eingesetzt werden, um Halsschmerzen zu lindern und den entzündungshemmenden Effekt der Minze zu nutzen.


 

8. Kurkuma / Gelbwurz (Curcuma longa)Kurkuma (Curcuma longa)

Diese Gewürz-Knolle und Heilpflanze wurde und wird in der Ayurveda bereits seit langer Zeit gegen viele Krankheiten und Symptome eingesetzt.
Sie wird hierzulande immer beliebter, auch wenn teils falsche Informationen und zu euphorische Heilsversprechen bezüglich Kurkuma gemacht werden.

Dennoch ist sie definitiv sehr gesund und es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zu vielen positiven Wirkungen, die Kurkuma hat.
Dazu gehört auch eine schmerzhemmende Wirkung, die sogar in klinischen Tests an Menschen bestätigt wurde.

Hier muss man jedoch die richtige Dosierungen finden, da eine zu hohe Dosis auch Nebenwirkungen haben kann (wenn auch keine drastischen).
Da die Bioverfügbarkeit vom Hauptwirkstoff Kurkumin schlecht ist, sollte man das Kurkuma mit schwarzem Pfeffer und eventuell etwas Fett kombinieren, das verbessert die Aufnahme deutlich.

Einen Infoartikel zu Kurkuma  (insbesondere den Gerüchten, dass es Kratom verstärken kann) findet ihr hier.


 

9. Yan Hu Suo / Lechernsporn Wurzel (Corydalis yanhusuo)

Die Wurzel dieser Pflanze wird seit langer Zeit in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gegen Schmerzen eingesetzt.

In der letzten Zeit gab es dann tatsächlich Untersuchungen dieser Pflanze, und der Stoff Dehydrocorybulbine wurde isoliert. Dieser zeigte in Tierversuchen eine deutliche schmerzhemmende Wirkung, gegen akuten, chronischen und entzündlichen Schmerz.

Da die Nebenwirkungen deutlich geringer als bei den pharmazeutischen Schmerzmitteln sind, wird Corydalis yanhusuo ein großes Potential für chronische Schmerzen zugesprochen.

Für die Verwendung werden 3-10g der Wurzel 20 Minuten lang zu einem Tee gekocht.

10. Gummibaum / Gummiulme / Du Zhong (Eucommia ulmoides)

Den Gummibaum ist hier sehr unbekannt.
Tatsächlich handelt es sich hier auch um eine in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sehr wichtige Heilpflanze, welche vor allem gegen Schmerzen eingesetzt wird.

Hier gibt es Tierversuche, bei denen Tiere gequält wurden. Tatsächlich zeigte sich dort eine schmerzhemmende Wirkung des Gummibaums.

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