10 unbekannte psychoaktive Pflanzen – Pflanzen mit Rausch-Potential

10 unbekannte psychoaktive Pflanzen – Pflanzen mit Rausch-Potential

In diesem Artikel möchte ich euch zehn unbekannte psychoaktive Pflanzen vorstellen, über deren Wirkung noch nicht viel in Umlauf ist, die jedoch ein Rausch Potential besitzen.
Teils weiß man von der potentiellen Psychoaktivität, weil das jeweilige Kraut in schamanischen Stämmen oder früher zu Rauschzwecken (bzw. aus spirituellen / rituellen Gründen) konsumiert wird / wurde, teils gibt es ein paar Berichte zur Verwendung und Wirkung.

Es gibt bereits eine Fortsetzung zu dieser Liste mit 10 weiteren unerforschten Rauschpflanzen!

Mit „unbekannt“ meine ich keine Pflanzen, die der Allgemeinheit zwar nicht bekannt sind, in der Ethnobotanik-Szene jedoch bereits vielfach konsumiert werden (wie etwa das Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella), das Afrikanische Löwenohr (Leonotis leonurus) oder Bay Bean (Canavalia maritima)), sondern Pflanzen, über deren Psychoaktivität man wirklich kaum etwas weiß.

Solltet ihr Erfahrungen oder Informationen zu diesen Rauschkräutern haben, hinterlasst doch ein Kommentar oder schreibt eine Mail!

Wichtig: Da der Konsum dieser Pflanzen so unbekannt ist, kann es zu schädlichen Langzeit- oder Kurzzeitwirkungen kommen! Überdosierungen könnten gefährlich sein!
Vom Experimentieren ist daher abzuraten, es sei denn man weiß was man tut und möchte das Risiko bewusst eingehen.

10 unbekannte psychoaktive Pflanzen – Berauschend oder nicht?

1. Mosaik Pflanze / Nerven Pflanze (Fittonia albivenis)Mosaik Pflanze (Fittonia albivenis)

Fittonia albivenis ist eine in Regenwäldern wachsende Pflanze, die von schamanischen Stämmen zu medizinischen und anscheinend (laut einer Quelle) auch zu halluzinogenen Zwecken eingenommen wird.

Die Blätter sollen, in Form von Tee, gegen Schmerzen (bspw. Zahn- & Kopfschmerzen), Leberbeschwerden angewendet werden.
Außerdem gibt es eine Quelle, die behauptet, Fittonia albivenis würde vom Stamm der Machiguenga als Halluzinogen verwendet worden sein, bevor Psychotria viridis (eine DMT-haltige Pflanze) bekannt war.
Ein anderer Stamm soll die mastizierten Blätter ihren Hunden zu Fressen gegeben haben, um den Jagdtrieb zu stärken.

Erfahrungsberichte zur Einnahme dieser Pflanze findet man kaum, in einem wird die schmerzstillende Wirkung bestätigt und von einem entspannenden, schlaffördernden und positiv meditativen Effekt berichtet.

Welche Inhaltsstoffe Fittonia albivenis enthalten, ist unbekannt.

 

2. Russischer Salbei (Perovskia atriplicifolia)Russischer Salbei / Perovskie Perovskia abrotanoides

Perovskia abrotanoides ist ein aus Asien stammender Lippenblütler, der seit langer Zeit medizinisch genutzt wird.
Diese Pflanze wirkt erwiesernamßen schmerzhemmend und antiparasitär, in der Volksmedizin wird / wurde sie u.a. gegen Fieber, Diabetes, Ruhr, blutigen Durchfall und Schmerzen eingesetzt.

Auch, dass die Pflanze psychoaktiv wirkt, ist in verschiedenen Ländern bereits seit einiger Zeit bekannt, sie wird geraucht und soll eine beruhigende, stimmungsaufhellende bis euphorische Wirkung erzeugen. Bei manchen Personen scheint der berauschende Effekt sogar recht stark zu sein!

Es wird spekuliert, dass sie an den Cannabinoid und/oder Opioid-Rezeptoren wirkt und dass so die schmerzstillende & psychoaktive Wirkung zustande kommt.
Dies ist jedoch beileibe nicht gesichert und es sind nur wenige Erfahrungsberichte im Internet zu finden.
Auch in der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian Rätsch wird der Russische Salbei nicht erwähnt.

 

3. Peruanisches Basilikum (Ocimum micranthum)

Ocimum micranthum ist eine in Süd- und Nordamerika wachsende Pflanze, die als Gewürz (hat einen ähnlichen Geschmack wie unser Basilikum), Heilpflanze und angeblich auch als Psychoaktivum verwendet wird.

Sie wird volksmedizinisch u.a. gegen Grippe, Fieber, Bindehautentzündung, Schmerzen, Atemwegserkrankungen und als harntreibendes Mittel verwendet, in Mexiko auch für Abtreibungen.
Es ist erwiesenermaßen antioxidativ und antimikrobiell.
Laut einigen Quellen soll es in Amazonien des Weiteren als Ayahuasca Zutat genutzt werden und soll eine psychedelische Wirkung entfalten!

Ein altbekanntes Psychedelikum (wie etwa DMT) wurde im Peruanischen Basilikum bislang nicht nachgewiesen, welcher Stoff für die psychedelische Wirkung verantwortlich ist, ist nicht sicher.
Die Pflanze enthält den psychoaktiven Stoff Miltiron, der partiell an den GABA-Rezeptoren wirkt und dadurch angstlösend & leicht sedierend ist.

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4. Gewöhnliches Kratzmoos / Abgeflachtes Kratz-Lebermoos (Radula Gewöhnliches Kratzmoos (Radula complanata)complanata)

Die Auffassung, nur Cannabis würde Cannabinoide (genauer Phytocannabinoide) enthalten, ist immer noch weit verbreitet.
Tatsächlich sind bisher jedoch vier Radula Arten bekannt, die dem THC sehr ähnliche Substanzen enthalten – nämlich Radula complanata, Radula perrottetii, Radua laxiramea und Radula marginata.
Hier handelt es sich um Moos-Arten, die unterschiedliche Verbreitungsgebiete haben – Radula complanata kommt auch in Europa vor!

Die enthaltenen Substanzen sind Bibenzyl-Cannabinoide, u.a.  Perrottetinsäure & Perrottetinen, sie sind etwas weniger potent als THC.
Historisch wurden diese Moose weder als Heil- noch als Rauschpflanze eingesetzt, seit einiger Zeit gibt es jedoch einige wenige Erfahrungsberichte zu finden:
Bei der Einnahme eines Moos-Extraktes wurde von einer Cannabis-ähnlichen Wirkung berichtet.
Es kann jedoch bislang unbekannte Nebenwirkungen geben!

 

5. Gelbe Teichrose (Nuphar lutea / Nuphar luteum)Nuphar lutea / Nuphar luteum (Gelbe Teichrose)

Die Gelbe Teichrose ist mit dem Blauen Lotus (Nymphaea caerulea) und anderen Lotus-Arten verwandt und scheint, ähnlich wie auch der Blaue Lotus, mild psychoaktiv zu sein.
Historisch ist keinerlei Konsum zu Rauschzwecken bekannt, sie wird jedoch als Heilpflanze verwendet (als Ersatz für Lotus-Arten).
Heutzutage verwendet man sie in der Placebo-Medizin Homöopathie. Die gerösteten Samen sind essbar.

Nuphar luteum enthält psychoaktive Alkaloide (bspw. Nupharin, Desoxynupharidin & ß-Nupharidin), welche für eine Rauschwirkung verantwortlich sein können. Wegen dieser Alkaloide wird die Pflanze auch als giftig eingestuft.
Am meisten Wirkstoffe befinden sich in der Wurzel, es enthalten jedoch auch die anderen Pflanzenteile diese Alkaloide.

Erfahrungsberichte über den Konsum von Nuphar lutea als psychoaktive Pflanze findet man so gut wie gar nicht.
Es wird spekuliert, dass sie ähnlich wie der Blaue Lotus (Nymphaea caerulea) oder der Weiße Lotus (Nymphaea alba) wirkt.

 

6. Schaben-Königskerze / Schabenkraut (Verbascum blattaria)

Schaben-Königskerze (Verbascum blattaria)
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Verbascum blattaria ist eine Köngiskerzen-Art, die u.a. in Europa vorkommt, in Deutschland jedoch gefährdet ist.
Die Schaben-Königskerze soll geraucht, als Tee oder alkoholische Tinktur getrunken werden können und eine psychoaktive, Cannabis-artige Wirkung erzeugen.

Es gibt sehr wenige Berichte und es ist unbekannt, welche Stoffe für die psychoaktive Wirkung verantwortlich sind.
Die Blütenspitzen werden geraucht, ebenso wie die Blätter & Samen.
Manche berichten von keiner allzu starken Wirkung, andere von einer sehr intensiven beim Rauchen von etwa 0,5-1g Pflanzenmaterial.

Da nichts über die Wirkstoffe bekannt ist (und sie auch nicht historisch als psychoaktive Pflanze eingesetzt wurde), kann es zu Langzeit- oder Kurzzeitnebenwirkungen kommen, über die man nichts weiß!

 

7. Hortensie (Hydrangea spp.)Hortensie (Hydrangea heteromalla)

Diese als giftig eingestufte Pflanzenart wird extrem häufig als Zierpflanze verwendet, da sie wunderschöne, farbenfrohe Blüten habt.
Es gibt, trotz der Giftigkeit (durch Stoffe, die sich in Blausäure verwandeln), ein paar wenige Berichte zur Psychoaktivität dieser Pflanze.

Im Entheobotanik-Forum (ein sehr gutes ethnobotanisches Forum!) wird berichtet, dass nach dem Rauchen von Hydrange macrophylla Blättern eine Cannabis indica ähnliche Wirkung auftrat (also Euphorisierung, Entspannung, Wahrnehmungsveränderung, Schmerzstillung), jedoch begleitet von Vergiftungssymptomen (Übelkeit, Mundtrockenheit & mehr), außerdem hatte der Konsument einen Bittermandelgeschmack im Mund.

Der Konsum dieser Pflanze ist also defintiv extrem riskant und kann toxisch auf den Körper wirken! Ich rate klar und deutlich vom Experimentieren damit ab!
Sollte man sich dennoch dazu entscheiden, muss ähnlich vorsichtig mit den Hydrangea Arten umgegangen werden, wie mit Nachtschattengewächsen – es müssen also extrem niedrige Dosierungen eingenommen werden und das Rauchen ist sicherer, da die Wirkung bei oralem Konsum viel später eintreten könnte.
Beim Rauchen kann mit einer Kleinstmenge begonnen werden und dann erst nach 1-2 Stunden weiter gemacht werden, wenn keine Effekte eintreten.

Es gibt eine Art, welche in Japan als Teepflanze verwendet wird: Die Japanische Teehortensie (Hydrangea serrata oamacha). Diese könnte geringere Mengen Giftstoff enthalten und daher für die Psychoaktiva-Forschung interessanter sein, hier gibt es bislang jedoch noch keine Informationen zu einer berauschenden Wirkung.

 

8. Cineraria aspera

Über diese aus Afrika stammende Pflanze ist wirklich sehr wenig bekannt.
Es gibt keinerlei Erfahrungsberichte im Internet zu finden, Cineraria aspera wird jedoch in der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von C. Rätsch als vielleicht psychoaktiv angegeben.
Diese Angabe basiert jedoch wohl nur auf Gerüchten, angeblich sollen die Blätter geraucht  Cannabis-ähnlich und halluzinogen wirken, dieses Gerücht ist jedoch wirklich mit Vorsicht zu behandeln.
In der afrikanischen Volksmedizin spielt Cineraria aspera eine gewisse Rolle.

Es ist gut möglich, dass diese Pflanze auch toxisch wirken kann und dass sie eigentlich nicht psychoaktiv ist. Da sie in der Ethnobotanik-Szene so unbekannt ist, lassen sich keine genaueren Angaben machen.

 

9. Maigriffel (Zea mays)Mais (Zea mays) - Maisgriffel

Dass die Griffel, also die Haare, der Mais-Kolben psychoaktiv sein soll, fällt den meisten Menschen schwer zu glauben.
Tatäschlich gibt es jedoch einige Berichte darüber, dass getrocknete und gerauchte Maishaare eine leicht psychoaktive Wirkung erzeugen sollen!

Es gibt allerdings auch andere Berichte, die das Gegenteil behaupten, nämlich dass keinerlei Wirkung spürbar ist.
Laut Rätsch’s Enzyklopädie sollen in den Maisgriffeln bis zu 85% Alkaloide enthalten sein, dort wird angegeben, sie würden in Peru von Indianern als Rauschpflanze geraucht.

Bei den jenigen, die eine Wirkung verspürten, ist diese sehr subtil, man sollte also nicht zu viel erwarten.
Bei Mais aus konventioneller Landwirtschaft könnten auf den Maisgriffeln Pestiziden sein, die man nicht rauchen möchte!

 

10. Amapola blanca / Weißer Mohn / Mohnbaum (Bernoullia flammea)Weißer Opiumbaum (Bernoullia flammea)

Dieser in Amerika vorkommende Baum hat ganz besondere Blüten und ist als psychoaktive Pflanze geleichermaßen extrem interessant und unbekannt.
Er wird in Guatemala „Amapola blanca“ genannt, was übersetzt so viel wie „Weißer Mohn (-baum)“ bedeutet.

Laut den beiden Botanikern Brett Blosser und Rob Montgomery wurden / werden die Samen (die sich zahlreich in Früchten befinden) von der dortigen Bevölkerung geraucht und sollen eine Opium-ähnliche Wirkung (was für den Namen „Weißer Mohn verantwortlich sein könnte – siehe Schlafmohn) erzeugen.
Die Maya sollen die Samen bereits seit längerer Zeit zu diesem Zwecke konsumiert haben.

Erfahrungsberichte oder sichere Quellen gibt es hierzu nicht, ob Bernoullia flammea psychoaktiv ist oder nicht und was die Gefahren dieses Baumes sind, ob er vielleicht sogar Opioide enthält, ist uns bislang noch ein Rätsel.

3 Gedanken zu “10 unbekannte psychoaktive Pflanzen – Pflanzen mit Rausch-Potential

  1. Ist mit „2. Russischer Salbei / Fiederschnittige Perovskie (Perovskia abrotanoides)“, wirklich die abrotanoides gemeint? Ich habe diese getest und keine Wirkung ferstellen können. Könnte vielleicht doch die ebenfalls als Russischer Salbei und auch als Blauraute bezeichnete Pflanze Perovskia atriplicifolia gemeint sein?

  2. Irgendwie ist leider mein erster Post mit selber Thematik verschwunden, deshalb hier nochmal. Ich vermute es hat sich bei „2. Russischer Salbei / Fiederschnittige Perovskie (Perovskia abrotanoides)“ ein Fehler eingeschlichen. Es ist vermutlich die Blauraute gemeint (auch oft als russischer Salbei) bezeichnet, die Perovskia atriplifolica. In Ethnobotanik-Foren findet man auch nur Infos zu dieser Pflanze und keine zur Perovskia abrotanoides.

    • Guten Tag!

      Du hast recht, da habe ich einen Fehler gemacht und mir den Namen falsch notiert.
      Dein erstes Kommentar ist übrigens nicht verschwunden, Kommentare müssen nur erst von mir freigegeben werden (ist leider nötig, da trotz Spam-Filter viele Spam-Kommentare abgegeben werden).

      Habe ich berechtigt, hoffentlich passiert so ein eklatanter Fehler nicht nochmal!

      LG 🙂

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