10 weitere unbekannte, unerforschte psychoaktive Pflanzen – Seltene legale Rauschpflanzen

10 weitere unbekannte, unerforschte psychoaktive Pflanzen – Seltene legale Rauschpflanzen

In diesem Artikel stelle ich euch 10 psychoaktive Pflanzen vor, die sehr unbekannt, unerforscht, selten und deshalb auch legal sind.
Teils ist nicht bekannt, ob und wie die Pflanze überhaupt berauschend wirkt (es gibt jedoch Gerüchte / Vermutungen), teils  ist es sicher, dass eine Pflanze psychoaktiv ist, es existieren allerdings zu wenige Erfahrungsberichte.

Dies ist eine Fortsetzung – ich stellte schon einmal 10 seltene, unbekannte psychoaktive Pflanzen vor!

Vorsicht: Ich rate klar vom Konsum dieser Pflanzen ab, auch wenn sie legal sind. Es gibt keine genauen Informationen zu den möglichen Wirkungen und Nebenwirkungen. Es könnte negative Langzeitfolgen geben, sie könnten toxisch auf den Körper wirken oder bei Überdosierungen tödlich sein.
Der Gebrauch dieser Pflanzen ist also mit weitaus größeren Gefahren verbunden, als der Konsum etwas bekannterer Rauschkräuter (wie etwa Damiana, Blauer Lotus, Afrikanisches Löwenohr oder Lobelientabak).

 

Liste: 10 unerforschte, legale psychoaktive Pflanzen

1. Maquira Baum (Maquira sclerophylla)

Maquira ist ein Baum, der in den Tropen Südamerikas wächst und dort von schamanischen Stämmen zur Herstellung eines Schnupfpulvers (Rapé – Mehr Infos zu Rapé findet ihr hier!) verwendet wird, anscheinend meist in Kombination mit Tabak.

Es gibt kaum Informationen zu den Wirkstoffen von Maquira sclerophylla, es gibt eine Tierversuchs Studie, laut der Cardenolide (Steroide) in der Pflanze enthalten sind.
Sie enthält Herzglykoside und kann daher, ähnlich wie der Fingerhut, entweder pharmazeutisch als Herzmittel verwendet werden (keine Selbstmedikation!!), jedoch auch zum Tod führen & toxisch auf das Herz wirken.
Außerdem sind Terpene, Phenole und Cumarine enthalten, es wurden jedoch keine Alkaloide isoliert.

Laut Christian Rätschs Buch „Schamanenpflanze Tabak (Band 1)“  werden die Früchte pulverisiert und zu Schnupfpulver verarbeitet.
Kaufen kann man weder Samen noch andere Pflanzenteile des Maquira Baum online kaufen, soweit ich weiß.

Sie wurde außerdem in Richard E. Schultes Klassiker „Hallucinogenic Plants: A Golden Guide“ erwähnt, dort wird beschrieben, dass sie muskelrelaxierend wirkt und im Rapé (wohl in Kombination mit anderen Pflanzen) stimulierend, euphroisch und visionär sein kann.

 

2. Heilige Ohrenblume / Sacred Earflower / Cymbopetalum penduliflorum

Cymbopetalum penduliflorum ist ein aus Südamerika stammender Strauch / Baum, dessen Blüten vielfältig genutzt werden.
Die Azteken rauchten sie zusammen mit Tabak um den Geschmack zu verbessern und vielleicht auch für eine psychoaktive Wirkung. Angeblich sollen sie „berauschend wie Pilze“ sein (laut Sahagun, einem der ersten Anthropologen im 14. Jahrhundert), was auf einen psychedelischen Effekte hindeutet. Aufgrund des recht verbreiteten Gebrauchs als Gewürz ist es das vielleicht eher in höheren Dosierungen?

Sie wird auch heute noch als Gewürz für das südamerikanische Kakao Getränk verwendet, außerdem auch für Kaffee und einem klassischen Nahrungsmittel namens Pinole.

 

3. Rauschminze (Lagochilus inebrians)

Bei Lagochilus inebrians handelt es sich definitiv um eine psychoaktive Pflanze. Die Blätter werden als Tee aufgekocht und wirken beruhigend, entspannend und leicht euphorisch.

Das Diterpen Lagochilin ist vermutlich für die Wirkung verantwortlich.

Dennoch passt die Rauschminze auf diese Liste, da es recht wenige Erfahrungsberichte gibt und die Pflanze nicht sehr oft bei ethnobotanischen Händlern gefunden werden kann.
Es handelt sich wohl nicht um eine extrem starke, aber auch um keine zu subtile legale psychoaktive Pflanze.
Vor allem in Russland gibt es einige Untersuchungen zu Lagochilus inebrians.

 

Lupine psychoaktiv4. Lupine / Lupinen / Wolfsbohne (Lupinus spp.)

Die Lupine ist ein Hülsenfrüchtler, der einem vor allem als Nahrungsmittel (bspw. für veganen Lupinenjoghurt / Pudding) bekannt ist, da die Samen einen hohen Eiweißgehalt haben.

Lupinen sind jedoch auch toxisch und psychoaktiv – sie enthalten unter anderem die Alkaloide Lupanin, Lupinin, Angustifolin, Spartei & Albin.
Diese Stoffe können starke Vergiftungserscheinungen, bis hin zum Tod erzeugen, weswegen nur gezüchtete Lupinen Sorten für die Nahrungsmittelproduktion verwendet werden, die die Wirkstoffe nicht mehr enthalten.

Doch tatsächlich sind die (bzw. einige der) enthaltenen Alkaloide nicht nur giftig, sondern auch psychoaktiv.
Sie wurden wahrscheinlich traditionell für Kontakt mit den Ahnen eingenommen, außerdem als Kaffee Ersatz aufgebrüht.
Eine bestimmte Lupine, Lupinus elegans, wird in Mexiko „verrücktmachendes Kraut genannt“, was ein klarer Hinweis auf die psychoaktiven Effekte ist.
So wohl die oberen Pflanzenteile, als auch Wurzeln & Samen enthälten die Wirkstoffe, sie werden sehr selten geräuchert oder geraucht.

Es gibt sehr wenige Informationen zur Wirkung, anscheinend soll sie stimulierend oder paradoxerweise auch sedierend und leicht euphorisch sein, außerdem generell wahrnehmungsverändernd.
Das Risiko beim Konsum ist jedoch recht hoch, da schnell toxische Wirkungen eintreten können und die Dosierung nicht klar ist! Es könnte auch negative / schädliche Langzeitnebenwirkungen geben!

 

5. Sumpf-Magnolie / Virginia-Magnolie (Magnolia virginiana / Magnolia glauca)Magnolia virginiana psychoaktiv

Bei dieser Magnolien Art, Magnolia virginiana, handelt es sich um einen Strauch / Baum, der aus Nordamerika stammt. Dort werden Blätter und Rinde von Ureinwohnern als Rauschmittel geschnupft.
Die Inhaltsstoffe und genaue Wirkungen sind nicht bekannt, Christian Rätsch vermutet in seiner Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen jedoch, dass die Virginia Magnolie Safrol enthält, da sie danach durftet und auch Swamp Sassafras, also Sumpf Sassafras, genannt wird.

In anderen Magnolien Arten wurden Alkaloide, wie Magnoflorin entdeckt, das heißt Magnolie virginiana enthält vermutlich noch andere Wirkstoffe als Safrol.
Safrol wirkt empathogen, euphorisch, stimulierend und leicht psychedelisch, ist jedoch auch toxisch und potentiell karzinogen, mit der Dosis muss sehr aufgepasst werden., es gibt viele Gefahren.
Diese Gefahren sind bei der Sumpf-Magnolie natürlich noch weiter erhöht, da die genauen Inhaltsstoffe nicht bekannt sind.

Einen Infoartikel zu Sassafras (Sassafras albidum), dessen Hauptwirkstoff Safrol ist, findet ihr hier!

Einen Infoartikel zur Muskatnuss (Myristica fragrans), die geringere Mengen Safrol & andere psychoaktive Stoffe enthält, hier!

 

6. Hippobroma longiflora / Lobelia longiflora / Laurentia longifolia / Isotoma longiflora Hippobroma longiflora psychoaktiv

Hippobroma longiflora ist eine in Süd- & Mittelamerika verbreitete Pflanze, die mit den Lobelia Arten verwandt ist (und früher selbst Lobelia longiflora hieß) und auch Lobelin & weitere Alkaloide enthält.

Es gibt so gut wie keine Erfahrungsberichte zu dieser Pflanze, weitaus weniger als zum Lobeliantabak / Indianer Tabak (Lobelia inflata).
Neulich wurden erst zwei neue Alkaloide in Hippobroma longiflora entdeckt, die zuvor nicht bekannt waren.
Inwiefern die Wirkung & Nebenwirkungen denen der Lobelia inflata ähneln, ist nicht bekannt. Vermutlich wird die Wirkung jedoch auch Nikotin-ähnlich sein. Es könnte natürlich noch zusätzliche Risiken, Nebenwirkungen & andere Wirkaspekte geben!

Laut Rätschs Enzyklopädie werden die Blätter als Pituri Alternative & als San Pedro Trank Zutat verwendet.

Einen Infoartikel zu Lobelia inflata, dem Indianertabak, der bei der Abgewöhnung von Nikotin helfen kann, hier!

Den Infoartikel zu Pituri (Duboisia hopwoodii), ein sehr potentes Nachtschattengewächs, findet ihr hier!

 

7. Borretsch (Borago officinalis)Borretsch Borago officinalis psychoaktiv

Borretsch ist eine in Europa weit verbreitete Pflanze, die als Gewürz und Heilpflanze genutzt wird / wurde.
Da sie Pyrrolizidinalkaloide enthält, welche bei hoher Dosierung / häufiger Einnahme toxisch wirken können, wird sie nicht mehr so oft genutzt.
Geringe Dosierungen sind jedoch höchstwahrscheinlich unproblematisch.

In der Volksmedizin werden Borretsch Blüten & Blätter bei Stress, Depression und als Beruhigungsmittel angewendet. Diese Anwendungen klingen natürlich so, als hätte Borretsch psychoaktive Effekte.
Ob dies tatsächlich der Fall ist ist sehr umstritten, es gibt keine Erfahrungsberichte, die eine psychoaktive Wirkung klar bestätigen.

Außerdem gibt es auch das Gerücht, Borago officinalis könne halluzinogen sein, wofür es jedoch keine handfesten Hinweise gibt, das ist also vermutlich nicht korrekt.

Man sollte nicht in sehr hohen Dosierungen mit dem Borretsch experimentieren, hier ist die Gefahr einfach zu hoch, dass das negative Auswirkungen auf den Körper hat!

 

8. Madagaskar-Immergrün / Rosafarbene Catharanthe (Catharanthus roseus / Vinca rosea)Catharanthus roseus psychoaktiv

Catharanthus roseus ist eine aus Madagaskar stammende Pflanze, die zu den Wolfsmilchgewächsen (einer sehr toxischen Pflanzenfamilie) zählt.
Es handelt sich hier um eine Heilpflanze mit vielen Einsatzgebieten, die jedoch auch sehr gefährlich ist. Es gibt Fälle, bei denen länger andauernder regelmäßiger Konsum zu einer permanenten Schädigung des Nervensystems führte.

VORSICHT: Mit Catharanthus roseus sollte auf keinen Fall experimentiert werden, es kann zu schweren Schädigungen und auch zum Tod kommen!

Anscheinend ist das Madagaskar-Immergrün auch psychoaktiv, die getrockneten Blätter werden in den USA selten geraucht und sollen euphorisch / halluzinogen wirken können, daher wird die Pflanze auch als Cannabis Ersatz bezeichnet.

Es wurden viele Alkaloide in der Pflanze gefunden, bspw. Ibogain-artige und auch Alstonin (ein Stoff, der im Ditabaum, Alstonia scholaris vorkommt und aphrodisierend, beruhigend und blutdrucksenkend wirkt).

Einen Infoartikel zum Ditabaum (MAO-Hemmer, Tonikum & Aphrodisiakum) findet ihr hier!

 

9. Vanda tessallata / Vanda roxburghiiVanda tessellata psychoaktive Orchidee

Hierbei handelt sich um eine Orchidee, die aus Indien stammt und dort als Heilpflanze genutzt wird.
Sie enthält einige Alkaloide und wirkt relativ sicher psychoaktiv. Wenn Bienen den Nektar der Blüte trinken, fallen sie kurz darauf narkotisiert auf den Boden. Wegen diesem Effekt sollen ayurvedische Schamanen die Pflanze als Narkosemittel nutzen.

Die Blüten haben außerdem aphrodisierende Effekte (die wissenschaftlich bestätigt wurden) und werden als Aphrodisiakum genutzt.

Als Dosis werden 5-10g getrocknete Wurzel angegeben, es könnte jedoch auch Nebenwirkungen & Risiken geben, vor allem in narkotischen Dosierungen! Ein Tripsitter ist unbedingt von Nöten! Die Wirkung basiert wohl auf dem cholinergischen System.

 

10. Oncidium cebolleta / Oncidium longifolium / Trichocentrum cebollata / CohniellaOncidium cebollata psychoaktive Orchidee

Noch eine Orchidee, die aus Südamerika stammt und psychoaktiv zu wirken scheint!
Sie wird in Mexiko angeblich als Peyotesubstitut genutzt, die frischen Blätter werden zerstoßen und mit Wasser eingenommen.

Phenantren Alkaloide wurden in dieser Pflanze identifiziert, welches Molekül für die Wirkung verantwortlich ist, ist jedoch nicht bekannt.
Ob Oncidium cebolleta tatsächlich halluzinogen / berauschend wirkt ist übrigens keineswegs gesichert!

Seltsamerweise finde ich keine Erfahrungsberichte zum Konsum dieser Orchidee, obwohl die potentielle Psychoaktivität schon einige Jahre bekannt ist.

Das war es für jetzt erst mal wieder. Sicher wird noch ein dritter Teil mit noch zehn weiteren unerforschten, seltenen & legalen psychoaktiven Pflanzen folgen! Folgt also am besten unserer Facebook, Instagram, Pinterest oder Twitter Seite!
Sollte euch diese Liste gefallen haben, teilt sie doch beim Social Media Netzwerk eurer Wahl oder mit euren Freunden und hinterlasst auf jeden Fall ein Kommentar, wenn ihr Erfahrungen mit einer der genannten Rauschpflanzen habt!

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