Birkenporling (Fomitopsis betulina) – Vitalpilz & psychoaktiver Pilz von Birken

Birkenporling (Fomitopsis betulina) – Vitalpilz & psychoaktiver Pilz von Birken

Birkenporling als psychoaktiver Pilz

Birkenporling (Fomitopsis betulina)
Quelle

Der Birkenporling (Fomitopsis betulina / Piptoporus betulinus) ist ein sehr häufig wachsender Baumpilz, der Birken befällt und für die Zersetzung dieser verantwortlich ist. Er wurde/wird von schamanischen Stämmen als magischer Pilz eingenommen.
Er gilt als Vitalpilz / Heilpilz, ist nicht giftig, jedoch ungenießbar und kann relativ einfach bestimmt werden.

Im Zuge seiner Heilwirkungen wird immer wieder auch von milden psychoaktiven Wirkungen berichtet, die teils recht unterschiedlich beschrieben werden. Es gibt jedoch auch Berichte von stärkeren Effekten in die psychedelische, halluzinogene Richtung.

In diesem Artikel möchte ich vor allem genauer auf die psychoaktiven Wirkungen des Birkenporling eingehen, aber auch die heilenden Eigenschaften, Zubereitung, Dosierung etcetera finden Erwähnung.

 

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Birkenporling Wirkung

Psychoaktiver Birkenporling

Die psychoaktiven Effekte des Fomitopsis betulina ist nicht unumstritten, einige Experimentatoren empfinden keine oder nur eine sehr schwache Wirkung, andere sind sich sicher, dass eine deutliche Psychoaktivität vorliegt.

Klar ist, dass es sich hier um einen eher mild wirksamen Pilz handelt, dessen Intensität nicht mit Psilocybin-haltigen Pilzen (Zauberpilze / Magic Mushrooms / Psilocybe) oder auch Fliegenpilz vergleichbar ist.

Oft wird die Wirkung als anregend, stimulierend, wachmachend beschrieben, paradox dazu findet man jedoch auch, dass der Pilz beruhigend wirken soll.

Er wird außerdem als Vitalpilz gegen Schlafstörungen und Unruhe eingesetzt, wo er bei manchen Menschen sehr wirksam sein soll, auch dies deutet auf eine entspannende, beruhigende Wirkung hin.
Angeblich soll er auch leicht antidepressiv wirken.

Es gibt selten Berichte, dass Menschen nach dem Konsum vom Birkenporling halluzinogene, psychedelische Effekte verspürten. Da keine Substanzen nachgewiesen wurden, die psychedelisch wirken, wird vermutet, dass sich manchmal ein Schmarotzer Pilz am Birkenporling vergnügt, der für diese Effekte verantwortlich ist (vielleicht durch Indoalkaloide?).

 

Birkenporling als Vitalpilz / Heilpilz

Erwiesernamßen wirkt Fomitopsis betulina entzündungshemmend, antiviral, antibakteriell, antifungal, antiparasitär, antioxidativ, neuroprotektiv und immunstärkend.

Er zeigt Potential in der Behandlung von Krebs (auch wenn es hier noch nicht genug Untersuchungen gibt und er natürlich NICHT als alleinige Medikation bei einer Krebserkrankung verwendet werden kann), wird seit langer Zeit als Wurmmittel genutzt und könnte zur Vorbeugung sowohl von Erkältung, Grippe & co., als auch von geistigen Erkrankungen genutzt werden.

In der Volksmedizin wurde er außerdem gegen Magen-Darm-Störungen, Schmerzmittel, Allergie-Symptome, Hautunreinheiten, , Migräne, Rückgang des Haarwuchses, Restless Leg Syndrom (RLS) und als Mittel gegen Wunden verwendet. Heutzutage ist die Verwendung bei offenen Wunden nicht mehr empfohlen, da es zu bakteriellen Infektionen kommen kann.

 

Birkenporling Inhaltsstoffe

Der Birkenporling enthält einige Antioxidantien wie Tocopherole, ß-Caroten und Lycopen.
Außerdem beispielsweise Betulin, Lupeol, Ergosterol Peroxid, einige Sesquiterpene, Triterpene und Monoterpene wie α-Barbaten, Daucen und Isobazzanen.

Es wurden keine Stoffe isoliert, die bekanntermaßen psychoaktiv wirken.

 

Birkenporling Zubereitung / Einnahme

Orale Einnahme

Üblich ist, die Porlinge zu pflücken, klein zu schneiden und zu trocknen. Dies funktioniert einfach, indem man den Pilz auf ein Stück Küchenrolle legt und einige Tage / Wochen liegen lässt (hier kann es jedoch selten zu Schimmel kommen), oder aber man verwendet ein Dörrgerät (eine sehr nützliche Anschaffung, wenn man öfter Pilze sammelt und zum Trocknen von Äpfeln, Bananen, Birnen etc. – ich empfehle den Stöckli Dörrex).

Die getrockneten Pilzstücke können dann aufbewahrt werden, wenn man möchte, kann man sie auch noch pulverisieren (mit einer elektrischen Küchenmühle).

Möchte man den Birkenpilz einnehmen, kocht man sich einen Tee aus den getrockneten Pilzstücken / dem Pilzpulver, indem man es mit kochendem Wasser übergießt und 10-20 Minuten ziehen lässt (alternativ kann man den Pilz auch in einem Topf mitkochen lassen).
Natürlich können auch frische Pilze für den Birkenpilz Tee verwendet werden!

Wird der Pilz nicht pulverisiert sondern nur zerschnitten, können die Stücke öfter wieder aufgebrüht werden, gute drei bis fünf mal sind auf jeden Fall möglich.

Manche Menschen machen sich auch eine Tinktur, in dem sie die Pilze in Schnaps einlegen, 1-2 Monate ziehen lassen, das Pilzmaterial heraus filtern und die Tinktur langsam und vorsichtig trinken.

 

Birkenporlinge Schnupfpulver / nasal

Auch die Herstellung eines Schnupfpulvers ist möglich, welches dann nasal eingenommen werden kann. Dies könnte jedoch schädlich für die Nasenschleimhaut sein und sollte definitiv nicht allzu oft praktiziert werden!

Hierfür werden die Fruchtkörper getrocknet und mit einer Küchenmühle pulverisiert.

 

Birkenporling rauchen / räuchern

Schamanische Stämme verwendeten diesen und andere Porlinge als Räucherstoff, so kann er auch eine leichte psychoaktive Wirkung haben. Hierfür gibt man ihn einfach auf Räucherkohle, die sich in einer Räucherschale befindet.

Auch das Rauchen sollte theoretisch funktionieren, wenn man den Pilz mit anderen Rauchkräutern mischt, hierzu gibt es jedoch kaum Berichte.

 

Birkenporling Dosis / Dosierung

Es wird etwa ein Esslöffel (oder auch ein etwa 2x2cm Stück) des getrockneten Pilzes verwendet, auf 300-500ml Wasser zur Herstellung des Tees.

Hiervon können entweder nur einige Esslöffel oder auch 1-2 Tassen getrunken werden, genaue Dosisangaben lassen sich nicht finden.

 

Birkenporling Sammelzeit / Erntezeit

Es handelt sich hier um einen mehrjährigen Pilz, er kann also das ganze Jahr über an Birken gefunden werden.
Frisch wächst er von Juli bis Oktober.

 

Birkenporling Geschichte / Schamanische Verwendung

Bereits Ötzi hatte bei seinem Tod vor 5000 Jahren Birkenporlinge dabei, vermutlich als Heilpiz, vielleicht aber sogar wegen seiner psychoaktiven Wirkung.

Aus Birkenporling Brei wurde früher Papier geschöpft.

Es ist bekannt, dass Lärchenporling, Lackporling und auch der Birkenporling von Schamanen als Schnupfpulver und in Rauchmischungen gebraucht wurden. Fomitopsis betulina hatte geschnupft den Zweck, eine Trance zu erzeugen.

Habt ihr Erfahrungen mit dieser oder anderen Porlingen als psychoaktive oder heilende Pilze? Falls ja würde ich mich sehr über Kommentare freuen.
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1 Gedanke zu “Birkenporling (Fomitopsis betulina) – Vitalpilz & psychoaktiver Pilz von Birken

  1. ich benutze den Birkenporling selbst seit etwa 2 Jahren als Heilpilz gegen meine Bandscheibenschmerzen. Ich verwende Tinktur ebenso wie Tee. Psychoaktive Wirkungen habe ich bisher nicht gespürt, auch Anfangs nicht, habe ihn zuerst übelst überdosiert. Stärkere Wirkung oder bessere Wirkung habe ich da auch nicht verspürt.
    Ich wollte noch drauf hinweisen, daß in ihrem Text der Birkenporling als Birkenpilz bezeichnet wird, dies ist jedoch ein komplett anderer Pilz, der in die Gattung Raufuß zählt, und ein Röhrling ist. Um Missverständnissen vorzubeugen, wäre es zweckdienlich, dies zu korrigieren.

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