Hopfen (Humulus lupulus) – Bierzutat, psychoaktives Schafmittel & Heilpflanze (Infos)

Hopfen (Humulus lupulus) – Bierzutat, psychoaktives Schafmittel & Heilpflanze (Infos)

Hopfen (Humulus lupulus) – natürliches Schlafmittel

Hopfen (Humulus lupulus) ist ein sehr bekanntes Gewächs, das zu den Hanfgewächsen Hopfen (Humulus lupulus)(Cannabaceae) zählt und nahe mit Cannabis verwandt ist.
Es hat hauptsächlich sedierende und angstlösende Wirkungen und ist als Bierzutat sehr bekannt – der typisch bittere Biergeschmack ist zu einem großen Teil auf den Hopfen zurückzuführen.
Hopfen hat außerdem noch einige andere heilende Wirkungen und einen sehr interessanten, caharakteristischen Duft!

Öfter kann Hopfen in Deutschland auch verwildert gefunden werden, für die Bierbrauerei wird er vielfach angebaut.
Nach etwa einem Jahr sinkt der Wirkstoffgehalt, weshalb man Hopfenzapfen nicht allzu lang aufbewahren kann – wobei eine Hopfentinktur die Haltbarkeit deutlich verlängern kann!
In diesem Artikel wollen wir auf die Dosis, Heilwirkung, Zubereitung, die psychoaktive Wirkung & mehr von Hopfen eingehen!

Wegen seiner schlaffördernden Wirkung erwähnten wir Hopfen in unserer Liste mit 10 pflanzlichen Schlafmitteln (zu der es hier geht)!

Blütezeit (& damit auch Sammelzeit): Juli & August, evtl. noch September

 

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Hopfen Wirkung

Hopfen als Heilpflanze

Am bekanntesten ist diese Pflanze für ihre sedierende, schlaffördernde und angstlösende Wirkung, die dem Melatonin (einem körpereigenen Schlafenzym) ähnlich ist.
Sie ist erwiesenermaßen ein sehr wirksames pflanzliches Schlafmittel!

Desweiteren wirkt Hopfen noch entzündungshemmend, antibakteriell, stärkend (tonisierend), schmerzstillend, spasmolytisch (krampflindernd) und blutreinigend.
Das macht Hopfen bspw. auch bei Erkältungen / Grippen sehr nützlich, da er die Krankheit bekämpfen, den Schlaf verbessern & den Körpern stärken kann.
Durch die Bitterstoffe & die entkrampfende Wirkung ist Hopfen sehr gut bei Verdauungsbeschwerden geeignet, er regt die Verdauung an und kann Verstopfung entgegen wirken.

Eine sehr unkonventionelle, noch nicht lange bekannte Methode (durch Selbsttests entdeckt & nicht wissenschaftlich belegt) der Verwendung von Hopfen als Heilpflanze ist es, die Hopfen-Blätter gegen Kopfschmerzen zu rauchen! Vermutlich ist vaporisieren hier ebenfalls möglich.
Ob dies auch mit den Hopfenzapfen funktioniert, weiß ich derzeit nicht, werde es aber im Selbsttest erforschen.

Wegen einer östrogenen Wirkung der Hopfen-Inhaltsstoffe wird Humulus lupulus in der Volksmedizin bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt.

Der schlaffördernde Effekt kann bei Benzodiazepin-Entzug & anderen Drogenentzügen nützlich sein, die Schlaflosigkeit auslösen.

Ist Hopfen psychoaktiv?

Die sedierende Wirkung macht Hopfen zu einer leicht psychoaktiven Pflanze, auch wenn es sich nicht um einen Rausch handelt, den der Konsum von Humulus lupulus auslöst.
Hochdosiert ist eine Veränderung des Bewusstseins deutlich merkbar.

Außerdem scheint Hopfen anaphrodisierend wirken, also die Libido / die sexuelle Lust senken.
Bei einigen Menschen scheint die psychoaktive Wirkung von Hopfen nicht sehr angenehm sein, es wird manchmal von Trägheit und Dysphorie berichtet.

 

Hopfen Nebenwirkungen & Risiken

Bei normalen Dosierungen sind keine Nebenwirkungen & Risiken vom Konsum von Hopfen bekannt, lediglich allergische Reaktionen treten hin und wieder auf, meist Hautreizungen beim Pflücken von Hopfenzapfen.
Dies wird Hopfenpflückerkrankheit genannt und kann auch zu Kopfschmerzen, Schwindel & anderen allergischen Reaktionen führen.
Aus diesem Grund sollte man zunächst mit einer niedrigeren Dosierung beginnen, wenn man Hopfen noch nie zuvor konsumierte!

Eine Kombination mit Alkohol, Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden Substanzten könnte die Wirkung verstärken & zu Schwindel oder anderen unangenehmen Wechselwirkungen führen, sollte daher vermieden werden. Wird der Hopfen oder der Alkohol geringer dosiert macht dies keine Probleme, wie ja auch das psychoaktive Getränk Bier zeigt – oder Hopfentinkturen.

Bei Überdosierungen kann es durchaus zu Vergiftungserscheinungen kommen, ab etwa ein bis zwei Gramm des Hopfendrüsenpulvers kann es zu Übelkeit mit Erbrechen, starker Müdigkeit, Bauch- und Kopfschmerzen kommen!

Nimmt man oft hohe Dosierungen Hopfen ein (auch bspw. durch Bier), kann Hopfen Gewichtszunahme begünstigen & bei Männern den Brustumfang erhöhen, was auf die östrogene Wirkung zurückzuführen ist.

 

Hopfen Inhaltsstoffe

Für die sedierende Wirkung sind wohl hauptsächlich die Bitterstoffe verantworttlich, bspw. Humulonen und Lupulonen (auch noch weitere Acylphloroglucinolen). Auch Methylbutenol könnte für die sedierenden Effekte wichtig sein, dieses entsteht, wenn die Bitterstoffe abgebaut werden.
Desweiteren enthält Hopfen viel ätherisches Öl, welches aus etlichen Substanzen besteht, bspw. Humulen und Myrcen, außerdem noch einige Flavonoide (z.B. Prenylaringenin & Xanthohumol), Chalkone, Polyphenole & Catechine.

Hopfen Dosis / Dosierung

Von den getrockneten Zapfen verwendet man etwa 0,5-2g pro Tag, vom Lupulin etwa 0,1-0,5g.
Tinkturen & Extrakte werden, je nach der jeweiligen Hopfenkonzentartion, deutlich niedriger dosiert.

 

Hopfen Zubereitung / Einnahme

Die Hopfenzapfen, die die höchste Wirkstoffkonzentration enthalten, können getrocknet & Hopfenzapfen (Humulus lupulus)als Tee zubereitet werden, hierfür werden sie einfach mit heißem Wasser übergossen & nach 10-15 Minuten abgefiltert.
Hopfentee ist sehr bitter, jedoch auch ohne Süßung noch trinkbar genug.

Besonders die Kombination von Hopfen mit Baldrian ist als Schlaftrunk sehr beliebt, die Wirkungen verstärken sich gegenseitig! Auch die Kombination mit anderen natürlichen Schlaf- und Beruhigungsmitteln (wie Lavendel, Grüner Hafer, Goldmohn, Mulungu, Passionsblume, Melisse) ist sehr beliebt.

Hopfendrüsen / Lupulin

An den Hopfenzapfen klebt ein gelbes bis grünliches Pulver, dabei handelt es sich um die Hopfendrüsen. Diese enthalten ebenfalls große Wirkstoffmengen. Das Drüsenpulver, auch Lupulin genannt, kann bereits fertig abgesiebt gekauft werden – dieses kann man dann bspw. in Leerkapseln füllen und schlucken, oder auch einfach in heißes Wasser schütten & trinken.

Hopfentinktur

Natürlich ist auch die Herstellung einer Hopfentinktur, also eines alkoholischen Auszuges möglich. Hierfür gibt man die Hopfenzapfen (frisch oder getrocknet) in ein Gefäß mit Schraubdeckel und lässt sie lichtgeschützt 1-2 Monate ziehen, dann filtert man sie (bspw. mit einem Kaffeefilter oder Teefilter ab).
Von dieser Tinktur nimmt man dann ein paar Teelöffel oder Esslöffel ein, wenn man die Heilwirkungen des Hopfens benötigt. Dies ist für viele praktischer, als sich jedes Mal einen Tee kochen zu müssen!

Hopfen rauchen / vaporisieren

Wie die meisten anderen psychoaktiven Pflanzen auch kann der Hopfen natürlich geraucht oder verdampft (vaporisiert) werden.
Die Hopfenzapfen können in trockenem Zustand in eine Pfeife, Bong oder einem „Joint“ (gedreht am besten mit Long Papes) verbrannt und inhaliert, das Lupulin-Pulver könnte auf ein Rauchkraut gegeben & als Rauchmischung konsumiert werden.

Natürlich ist auch Hopfen vaporisieren möglich, hierfür benötigt man am besten einen gut verstellbaren Vaporizer.
Hopfen verdampft man bei 150-160°C!

Gute Vaporizer können hier gekauft werden!

Die Wirkung beim Inhalieren tritt schnell ein und ist beruhigend, Hopfen kann gut mit anderen psychoaktiven Kräutern gemischt werden (bspw. Afrikanisches Löwenohr, Mulungu, Blauer Lotus oder Cannabis, wenn man in einem Land lebt, in dem dieses legal ist).

Hopfen Extrakt

Desweiteren sind im Handel einige Hopfen Fertigpräparate & Hopfenextrakt in Kapseln erhältlich – diese sind meist deutlich teurer, als wenn man mit den normalen Hopfenzapfen arbeitet, jedoch auch deutlich praktischer & einfacher.

Hopfenkissen

Sehr beliebt sind außerdem Hopfenkissen, dabei handelt es sich um getrocknete Hopfenzapfen, die in ein Tuch gewickelt / in einen Kissenbezug gefüllt werden, ähnlich wie bei Lavendelkissen.
Es handelt sich hier um Aromatherapie, das Einatmen des Geruchs soll schlaffördernd & beruhigend wirken und den Schlaf verbessern, wenn man mit einem solchen Hopfenkissen schläft.

Hopfen gurgeln / spülen

Gegen Halsschmerzen (oder auch Zahnschmerzen) kann eine wässrige Hopfenlösung erstellt werden, mit der dann gegurgelt wird.
Hierfür gibt man die Hopfenzapfen oder das Lupulin in Wasser, kocht dieses auf und lässt es 15 Minuten ziehen, nun wird das Pflanzenmaterial herausgefiltert.
Die entzündungshemmende, antibiotische Wirkung ist bei Halsschmerzen, die durch eine Hals- / Rachenentzündung ausgelöst werden, neben der schmerzstillenden Wirkung auch sehr positiv!

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2 Gedanken zu “Hopfen (Humulus lupulus) – Bierzutat, psychoaktives Schafmittel & Heilpflanze (Infos)

    • Hallo, ich glaube kaum, dass über’s Rauchen genug Wirkstoff aufgenommen werden kann, dass es hormonell etwas bewirken könnte.
      Selbst bei oralem Konsum müssen schon über längere Zeit hinweg sehr regelmäßig hohe Dosierungen eingenommen werden, da man normalerweise nicht mehr als 1-2g raucht, würde ich persönlich mir da keine Sorgen machen.

      Zu 100% sicher kann ich allerdings keine Angaben hierzu machen, ist also auf eigene Gefahr!

      LG

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