Indischer Kalmus (Acorus calamus) – Vielfältige Rausch- und Heilpflanze

Indischer Kalmus (Acorus calamus) – Vielfältige Rausch- und Heilpflanze

Indischer Kalmus (Acorus calamus) – Stimulierend, aphrodisierend und halluzinogen?

Kalmus (Acorus calamus), auch Indischer Kalmus, ist eine in Amerika, Asien und Kalmus (Acorus calamus) WurzelEuropa verbreitete Sumpfpflanze, die zu den Kalmusgewächsen (Acoraceae) zählt und psychoaktive und heilende Effekte hat!
Sie wächst oft in der Nähe von Gewässern und kann an den charakteristischen Borsten erkannt werden.

Sie wird seit einigen Jahrhunderten konsumiert, unter anderem als verjüngernde Heilpflanze, Aroma für Liköre, Gewürz und von naturreligiösen Stämmen in Nordamerika auch als leichtes Halluzinogen / Psychedelikum.

Besonders verbreitet ist Acorus calamus in der asiatischen Medizin.
Original stammt diese Pflanze wohl aus Indien und wurde dann im 16. Jahrhundert auch in Europa (inklusive Deutschland) heimisch.

Wir stellen bereits weitere Pflanzen, vor die in der Ayurveda verwendet werden. Diese bspw.:

Indischer Kalmus (Acorus calamus) Inhaltsstoffe

Blätter:

  • 1,5-3,5% ätherische Öle, darunter:
  • Asaron
  • Eugenol
  • Acorenon
  • Bis zu 20% Stärke

Wurzel / Wurzelstock:

  • 1,7-9,3% ätherische Öle (auch mit Asaron, Eugenol, Acorenon etc.)
  • Vitamin C (Ascorbinsäure) (bis zu 130mg/100g)
  • Proanthocyanidin
  • Cholin (bis zu 125mg/100g)
  • Verschiedene Fettsäuren und Kohlenhydrate

 

 

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Wirkung des Indischen Kalmus (Acorus calamus)

Die Wirkung ist sehr verschieden, je nach Anwendung.
Indigene Völker kauen auf der Wurzel und erreichen so eine euphorische, leicht halluzinogene Wirkung.
Auch aphrodisierende Effekte können auftreten, also eine Steigerung der sexuellen Lust und auch der männlichen Potenz.
Diese Wirkungen stammen wohl vom Asaron!

In sehr hohen Dosierungen (die schädlich sein können, siehe weiter unten beim Punkt Nebenwirkungen) wirkt diese psychoaktive Pflanze zusätzlich stimulierend und verändert das Körpergefühl deutlich.
Einige Konsumenten beschreiben ein starkes Kribbeln und die Lust, Party zu machen.

Die psychoaktiven Wirkungen liegen wohl an den enthaltenen Asaronen, welche jedoch auch toxisch sind (siehe bei der nächsten Überschrift). Der Indische Kalmus enthält weitaus mehr Asaron, der Europäische enthält sehr wenig und ist daher kaum toxisch & auch kaum psychoaktiv wirksam.
Für die Verwendung als Heilpflanze sollte man also besser Kalmus aus Europa nehmen.

In der Asiatischen Medizin (Ayurveda, Chinesische Medizin, Tibetanische Medizin) wird Kalmus als kräftigendes, tonisierendes Heilmittel eingenommen.
Es wirkt außerdem appetitanregend und stärkt das Immunsystem.

Die positive Wirkung auf den Magen und die Verdauung ist wissenschaftlich bewiesen, manchmal wird Kalmus deswegen auch zu Magenbitter hinzugegeben.

Einsatzgebiete in der pflanzlichen Volksmedizin sind Gallen- und Magenbeschwerden, Blähungen, Krämpfe und Verdauungsprobleme, Rheuma, Hals- und Zahnschmerzen.

 

Indischer Kalmus (Acorus calamus) Nebenwirkungen / Gefahren

Sehr wichtig zu wissen ist, dass das enthaltene Asaron karzinogen, mutagen und reproduktionstoxisch ist.
Diese Nebenwirkungen wurden im Tierversuch bestätigt, es ist allerdings nicht sicher in welcher Menge sie auftreten können.

Geringe Mengen Asaron sind relativ unbedenklich.

In Asien wachsener Kalmus enthält weitaus mehr Asaron als in Deutschland (und anderen europäischen Ländern) wachsender!
Deutscher Kalmus wird deswegen auch kandiert als „Deutscher Ingwer“ bezeichnet und gegessen.

Bei akuten Überdosierungen kann es zu Krampfanfällen und Nierenschädigungen kommen.

Für die Psychoaktivität ist das Asaron mit verantwortlich, weswegen eine Rauschwirkung immer gefährlich und potentiell sehr schädlich für den Körper ist. Europäischer Kalmus wirkt also viel weniger psychoaktiv.
Möchte man Acorus calamus als Heilpflanze verwenden, sollte man also europäischen Kalmus verwenden!

Dosierung des Kalmus (Acorus calamus)

Um von den Heilwirkung des Kalmus profitieren zu können, nimmt man am besten die Wurzel des europäischen Acorus calamus.
Hiervon muss man täglich ein bis drei mal 1-2g einnehmen.

Um eine euphorische Wirkung zu erzielen gibt man 1-3g des Indischen Kalmus aus Asien (enthält Asaron, nicht zu häufig konsumieren, nur auf eigene Gefahr!).
Leichte Pseudohalluzinationen und die aphrodisierende Wirkung erreicht man mit 3-7g.

 

 

Zubereitung und Anwendung von Indischem Kalmus (Acorus calamus)

Am häufigsten ist das Konsumieren der Wurzel, die Blätter erhält man hierzulande recht selten.

Kalmus Tee

Am einfachsten ist die Zubereitung eines Kalmus Tee.
Hierfür gibt man die gewünschte Dosierung in eine Tasse und übergießt sie mit kochendem Wasser.
Die Ziehzeit beträgt etwa 5 Minuten.

Südamerikanische Stämme kauen oftmals an Stücken der Kalmuswurzel.
Die Wirkung setzt so viel schneller ein als beim Trinken eines Tees.

Der Geschmack von Acorus calamus ist hochdosiert eher unangenehm, man sollte deswegen Zucker oder Agavendicksaft, oder auch andere wohlschmeckende Kräuter (Früchtetee, Kamille, Pfefferminze usw.) zum Tee hinzufügen.

 

Alternative Konsumformen & Kalmus Wein

Alternativ kann die pulverisierte Wurzel auch in Leerkapseln gefüllt werden um den unangenehmen Geschmack zu umgehen.

Man kann sich auch einen Kalamus-Wein kochen, dieser wird volksmedizinisch als stärkender Trank und gegen Übergewicht konsumiert (wobei Alkohol natürlich sehr kalorienreich ist, daher ist die Verwendung als Appetitzügler eher unlogisch).
Um einen Acorus calamus Wein zu brauen gibt man 50-100g europäische, Asaron arme Kalmuswurzel zu einem Liter Wein (bevorzugt Weißwein), schließt die Flasche und lässt das Gebräu 1-2 Wochen im Dunkeln stehen.
Anschließend wird das Pflanzenmaterial abgefiltert, der Trank muss kühl und dunkel gelagert werden.
Dosiert wird er mit etwa 100-150ml!

Es gibt außerdem ätherisches Kalmusöl, welches stark konzentriert ist und, je nach Stärke, viel niedriger dosiert werden muss.
Das Öl kann man einfach in ein Getränk geben, es darf nicht pur getrunken und nicht zu hoch dosiert werden!
Man muss aufpassen, nur naturreines Öl zu kaufen.

Die Indianer räuchern Acorus calamus häufig, um den Rauch indirekt zu inhalieren und eine klärende, stimulierende, aphrodisierende, euphorisierende und leicht spirituelle / psychedelische Wirkung zu erzielen.
Hierfür werden in einer Zeremonie einige Gramm Kalmuswurzel in einer Räucherschale auf Kohlen geräuchert.

 

 

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