Schilf (Phragmites australis) – DMT-haltige, psychoaktive Pflanze, essbare Wildpflanze & mehr

Schilf (Phragmites australis) – DMT-haltige, psychoaktive Pflanze, essbare Wildpflanze & mehr

Schilf / Schilfrohr (Phragmites australis)

Das Schilf (Phragmites australis) ist eine Pflanze, die wohl jeder kennt. Es handelt sich hier um eine ein bis vier MeterSchilf / Phragmites australis hohe Süßgras Art, die an stehenden oder leicht fließenden Gewässern weltweit wächst und wirklich vielfältig ist.
In diesem Artikel gehe ich insbesondere auf die psychedelischen Inhaltstoffe (DMT, Bufotenin, 5-MeO-DMT & Gramin) des Schilf ein, außerdem ob es möglich wäre, Schilf als psychoaktive, halluzinogene Naturdroge einzusetzen, die Verwendung als Heilpflanze in der traditionellen Chinesischen Medizin und auch die anderen Verwendungsgebiete (als essbare Pflanze und Baumaterial) werden behandelt.

Vorsicht: Lest euch diesen Artikel erst genau durch! Schilf ist keine sichere Pflanze zur Gewinnung von DMT!

Diese Pflanzenart kann übrigens leicht mit Phalaris arundinacea und Arundo donax verwechselt werden, die auch psychedelische Inhaltsstoffe enthalten.

Andere Namen / Subspezies: Phragmites communis, Phragmites australis subsp. australis, Phragmites australis subsp. isiacus, Phragmites australis subsp. humilis

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Phragmites australis Wirkung als psychoaktive Pflanze

Auf die Wirkung der enthaltenen Tryptamine DMT und Bufotenin möchte ich in diesem Artikel nicht sonderlich genau eingehen, nur ein kurzer Umriss:
DMT ist eines der intensivsten Psychedelika, das in niedrigen bis normalen Dosierungen einen Trip vergleichbar mit 80-200µg LSD auslöst, in höheren Dosierungen kommt es dann oft zu einem „Breakthrough“ (Durchbruch), bei dem sich der Konsument plötzlich in einer komplett anderen Welt wiederfindet und nichts mehr von der „Realität“ mitbekommt.
Oft werden spirituelle Einsichten erfahren, einige Konsumenten haben den Eindruck mit fremden Wesen zu interagieren. Es gibt einige Menschen die glauben, dass man tatsächlich in eine andere Dimension versetzt wird.

Die Gefühle werden extrem verstärkt, sowohl die positiven als auch die negativen.
Visuelle und akustische Veränderungen treten ein, oft hat man das Gefühl, seinen Körper zu verlassen, das Zeitgefühl wird drastisch anders.
Neben Euphorie kann es auch zu Angst bis Panik und zu schrecklichen Erfahrungen kommen, die sogar zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen können.
Sehr selten werden Psychosen ausgelöst, beziehungsweise lative Psychosen aufgedeckt.

Bufotenin wirkt ähnlich und wird öfter mit 5-MeO-DMT verglichen, ist jedoch weniger potent.

Es gibt den Verdacht, dass das enthaltene Alkaloid Gramin toxisch sei, so wird es etwa in der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von C. Rätsch geschrieben.
Tatsächlich gibt es jedoch keine Beweise dafür, dass Gramin tatsächlich giftig ist, in einigen Tierversuchen konnten sogar recht hohe Dosierungen ohne toxische Wirkungen verabreicht werden. Dies ist natürlich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar.
Viele gehen also davon aus, dass Gramin nicht giftig ist.

Phragmites australis als DMT Quelle / zur DMT Extraktion

Es gibt wenige Berichte über die Verwendung des Schilf als Droge, deutlich weniger als zu Phalaris arundinacea.
Der DMT & 5-MeO-DMT Gehalt in den Wurzeln scheint recht gering zu sein.

Ein paar wenige Menschen versuchten die Tryptamine aus den Schilfwurzeln zu extrahieren, mit meist eher enttäuschenden Ergebnissen.
Aus ca. 500g Wurzeln konnten geschätzt nur etwa 10-30mg DMT isoliert werden.
Durch die aufwändige Vorbereitung der Wurzeln (säubern, möglichst gut zerkleinern) lohnt sich die Extraktion also nicht.

Zu der Verwendung von Phragmites australis als Ayahusca Zutat gibt es sehr wenige Rückmeldungen. Bei manchen klappte das, bei manchen widerum nicht.
Wie immer bei DMT-haltigen Pflanzen muss sie mit MAO-Hemmern kombiniert werden, wenn sie oral (also etwa als Tee) eingenommen werden soll. Nur so ist sie wirksam.

Bei einer Extraktion mit Naphta soll das Alkaloid Gramin, das eventuell giftig sein könnte, wahrscheinlich nicht mit extrahiert werden, da es in Naphta unlöslich ist.

Laut manchen Berichten kommt es nach dem Abklingen der halluzinogenen Tryptamin Wirkung zu einer unangenehmen Stimulation, die noch etwas länger anhält.
Es wird spekuliert, dass dies an dem enthaltenen Hordenin liegen könnte.

Insgesamt ist Phragmites australis nicht gut als DMT Quelle geeignet, da es so wenige Berichte dazu gibt und die Wirkstoffkonzentration nicht so hoch zu sein scheint.

 

Phragmites australis als Droge – Nebenwirkungen & Risiken

Zunächst gibt es die typischen Risiken von Psychedelika.
Eine negative Erfahrung kann auftreten, psychische Folgeerkrankungen wie posttraumatische Belastungsstörungen und Psychosen sind möglich.
Gerade labile, minderjährige und psychisch Kranke dürfen auf keinen Fall Halluzinogene wie DMT konsumieren!

Durch den stark schwankenden Alkaloid-Gehalt kann kaum abgeschätzt werden, wie stark die Dosis ist, die man einnimmt. Außerdem kann das Verhältnis von DMT, 5-MeO-DMT & Bufotenin sehr unterschiedlich sein und gerade beim 5-MeO-DMT Konsum kommt es überdurchschnittlich oft zu negativen, angsterfüllten und düsteren Trips.
Es muss dringend mit einer sehr geringen Dosis begonnen werden!

Gramin könnte tatsächlich eventuell Giftwirkungen haben (v.a. bei hohen Dosierungen), auch dies ist ein schwer abzuschätzendes Risiko.
Für häufigeren Konsum ist diese Pflanze also nicht geeignet.

Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit & Erbrechen, Magen- & Darmprobleme und ein unangenehmes Hochkommen.
Es sollte unbedingt ein psychedelischer erfahrener Tripsitter dabei sein, da der Berauschte nicht gut auf sich selbst aufpassen kann und eventuell emotionalen Beistand braucht.

Beim Konsum muss man sich in einer sicheren Umgebung befinden (am besten das eigene Heim), in der man sich wohl fühlt und die Möglichkeit hat, sich hinzulegen.
Es wäre sehr gut tripstoppende Medikamente zur Hand zu haben, etwa Benzodiazepine.

Wird ein Ayahuasca mit MAO-Hemmern gebraut muss eine Diät eingehalten werden, da bestimmte Lebensmittel (und auch Alkohol & andere Drogen) durch MAO-Inhibitoren zu Gift werden.
Hierzu findet man genaue Listen, wenn man nach einer MAO Diät im Internet sucht.

 

Phragmites australis als HeilpflanzePhragmites australis DMT

Von indianisches Völkern wurde die pulverisierte Wurzel als Brechmittel verwendet.
In der chinesischen und europäischen Volksmedizin wurde sie beispielsweise gegen Halsprobleme (Husten, verschleimte Lunge) oder als harntreibendes Mittel eingenommen.

Trotz der vielfältigen Einnahme als Heil- & essbare Wildpflanze gibt es keine Aufzeichnungen (zumindest soweit wir wissen) über die historische Verwendung von Schilf als Psychoaktivum.

In der heutigen Pflanzenmedizin in unserem Kulturkreis spielt das Schilf keine Rolle mehr.

 

Schilf (Phragmites australis) als essbare Wildpflanze

Junge Triebe, die von Blättern befreit werden, können als Gemüse genutzt werden, bspw. in Gemüsepfannen.
Sie schmecken definitv nicht jedem, einen Versuch ist es jedoch wert!

Auch die Wurzeln können als pflanzliche Wildnahrung genutzt werden. Sie werden etwa getrocknet, gemahlen und dann als Mehl zu Brot verarbeitet. In Zeiten von Hunger oder beim Bushcrafting ist die Schilfwurzel ein guter Kalorien Lieferant!

Auch die Samen, die durch abzupfen und reiben an den älteren Blütenständen gewonnen werden können, sind eine mögliche Survival Nahrung, die wichtiges Fett und Eiweiß liefert.
Sie können auch gemahlen und mit Wasser vermischt zu einem Brei verarbeitet werden.

 

Andere Verwendungen von Schilf

Da die Schilfstängel nur sehr langsam verrotten sind sie hervorragend als Dachdeckung (etwa für ein Bushcraft Shelter / Lager oder auch als Schattengeber für Gewächshäuser) geeignet, ebenso als leichte Dämmung (auch für Gewächshäuser).

Die alten Ägypter stellten daraus beispielsweise Musikinstrumente und Matten her, die Indianer sogar Rauchpfeifen.

 

Phragmites australis Dosis / Dosierung in Ayahusca

Man findet nur wenige genaue Dosisangaben.
Eine besagt, dass man 20-50g Wurzel mit 3g Steppenrautensamen (Peganum harmala) als MAO-Hemmer Lieferant für einen stark dosierten Ayahusca Trank verwenden kann.

Es muss jedoch unbedingt mit einer weitaus niedrigeren Dosierung begonnen werden, vielleicht zunächst 1-5g Phragmites mit 0,3-0,5g Steppenraute!
Ayahusca ist eine extrem machtvolle Substanz und viele Psychonauten raten schlichtweg davon ab, sie außerhalb schamanischer Anleitung (eines richtigen, nichtkommerziellen Schamanen) einzunehmen.
Ein mit Psychedelika erfahrener Tripsitter sollte immer dabei sein, beachtet den Absatz unter der Überschrift „Nebenwirkungen & Risiken“!

Die Wirkstoffkonzentration kann im Pflanzenmaterial stark schwanken, weswegen nicht vorhergesehen werden kann, wie viel DMT, 5-MeO-DMT & Bufotenin in den Schilfwurzeln enthalten ist.

 

Phragmites australis Rechtslage

DMT und 5-MeO-DMT unterliegen dem BtMG und sind damit illegal.
Eine Extraktion verstößt klar gegen das Betäubungsmittelgesetz!

Schilf an sich ist nicht illegal, weswegen die Verwendung als essbare Wildpflanze keine Probleme bereiten sollte.
Die Zubereitung von Ayhuasca mit dieser Pflanze ist jedoch dann schon verboten.
Man darf die Phragmites Wurzeln also nicht zum Zweck des DMT / 5-MeO-DMT Konsums besitzen.

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