Schlafmohn (Papaver somniferum) – Traditionsreiche Rausch- und Heilpflanze & Opium Quelle

Schlafmohn (Papaver somniferum) – Traditionsreiche Rausch- und Heilpflanze & Opium Quelle

Schlafmohn (Papaver somniferum) – Traditionsreiche Rausch- und Heilpflanze & Opium Quelle

Der Schlafmohn (Papaver somniferum) zählt zu den bekanntesten aller psychoaktiven Schlafmohn Kapseln und SamenPflanzen.
Bereits sein deutscher Name deutet darauf hin, dass es sich bei dieser Mohn-Art nicht nur um eine Zier-, sondern auch um eine Heil- und Rauschpflanze handelt.

Die ganze Schlafmohn-Pflanze enthält Opioide (bzw. Opiate) und andere Alkaloide, wie beispielsweise Morphin, Codein, Papaverin oder Thebain.
Besonders hoch ist die Wirkstoffkonzentration in den Kapseln des Schlafmohns.
Das Schlafmohn-Extrakt oder der getrocknete Milchsaft wird Opium genannt und enthält eine Vielzahl an Wirkstoffen, weswegen es in den letzten Jahrhunderten medizinisch (bspw. als Laudanum) angewandt wurde.

Morphin ist ein sehr starkwirksames, suchterzeugendes Opioid mit ähnlich hohem Abhängigkeits- & Überdosispotential wie Heroin.
Heroin wird durch Acetylisierung aus Morphin (welches meist vom Schlafmohn geerntet wird) hergestellt!

In diesem Artikel möchten wir etwas genauer auf diese nahezu legendäre, seit vielen Jahrhunderten von den Menschen verwendete, aber auch verteufelte und verbotene Pflanze eingehen!
Wir möchten dennoch dringend darauf hinweisen, dass der Konsum von Opium / Schlafmohn in Deutschland illegal und mit vielen Gefahren verbunden ist!
Außerdem raten wir strikt davon ab, Opiate zu konsumieren. Die folgenden Informationen dienen der Aufklärung, nicht der Verherrlichung.

 

Inhaltsstoffe von Schlafmohn (Papaver somniferum)

Insgesamt enthält der Schlafmohn etwa 40 verschiedene Alkaloide.
Die wichtigsten darunter sind:

  • Morphin
  • Codein
  • Papaverin
  • Noscapin
  • Thebain
  • Narcein

Wie viel Wirkstoff im Schlafmohn enthalten ist ist sehr schwer zu sagen, da der Gehalt von Pflanze zu Pflanze und sogar von Kapsel zu Kapsel stark schwankt.
So kann eine Kapsel 0-30mg Morphin enthalten!

Am meisten Alkaloide sind in den Samenkapseln des Mohns enthalten, im früheren Stadium der Kapseln (in der die Samen noch unreif sind) ist mehr Morphin enthalten, je länger die Kapsel an der Pflanze reift und trocknet desto höher wird der Codein und desto niedriger der Morphin Gehalt.

Die Stiele enthalten auch Alkaloide, wobei der Alkaloidgehalt höher wird, je näher der Stiel an den Samenkapseln / Blüten ist.
Erd- und wurzelnahe Stiele enthalten weniger Wirkstoffe als die direkt unter den Samenkapseln.

In den Blättern sind ebenfalls Wirkstoffe, jedoch deutlich weniger als in den Kapseln / kapselnahen Stiele.
Am wenigsten befindet sich wohl in den Wurzeln & Blüten.

 

Schlafmohn (Papaver somniferum) kaufen

Nur für Menschen, die entweder in Deutschland eine Genehmigung für den Schlafmohn Anbau als Nahrungspflanze haben, oder für in Österreich / der Schweiz (oder anderen Ländern, in denen Papaver somniferum legal ist) lebende Menschen:

 

Wirkung von Schlafmohn (Papaver somniferum)

Es gibt einige an möglichen Wirkungen, die je nach Dosierung des Schlafmohns / Opiums entweder vereinzelt oder komplett auftreten.
Es ist ein großer Unterschied, ob man Schlafmohn als Heil- oder als Rauschpflanze verwendet. In Rauschdosierungen kann ein trance-artiger Zustand eintreten, begleitet von einem sehr geborgenen Gefühl.
In medizinischen Dosierungen ist dieser Effekt üblicherweise nicht spürbar.

  • Hustenstillend – Reizhusten wird gelindert, weshalb Schlafmohn in niedrigeren Dosierungen auch gegen trockenen Husten angewendet wurde, ähnlich wie heutzutage Codein / Dihydrocodein Präparate)
  • Schmerzstillend – Der Schmerz wird zwar nicht komplett unterdrückt, aber deutlich ertragbarer und ist nicht mehr so störend, was bei chronischen Schmerzen sehr hilfreich ist.
    Aus diesem Grund wurde Opium früher auch oftmals von Ärzten verschrieben, heutige Schlafmohn-Substitute der Medizin sind bspw. Tilidin, Tramadol, Oxycodon oder das reine Morphin.
  • Euphorisierend – Dieser Effekt tritt vor allem in etwas höheren Dosierungen ein, außerdem ist nicht jede Person für die euphorische Wirkung von Opioiden / Opiaten empfänglich. Einige müssen die starken Glücksgefühle erst „erlernen“.
    Man fühlt sich zwar meist nicht so extrem euphorisch wie bei einigen anderen Drogen, die Wirkung von Schlafmohn äußert sich eher in Glückseligkeit und angenehmer Zufriedenheit.
  • Beruhigend – Schlafmohn wirkt stark beruhigend / sedierend, jedoch nicht schlaferzwingend.
  • Krampflösend – Auch wenn übermäßiger Schlafmohn Konsum die Krampfschwelle senken kann, wirken moderate Dosierungen spasmolytisch!
  • Psychedelisch / Visionär – Dieser Effekt tritt nicht bei jeder Person auf und meist auch erst bei höheren Dosierungen oder im Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Pflanzen wie Cannabis.
    Es kann zu einem trance-artigen, sehr angenehmen Zustand kommen, bei dem der Konsument von außen wie ein Schlafender wirkt, jedoch noch bewusst ist und vor seinem inneren Auge dann oft Visionen / Visuals hat (CEVS – Closed Eye Visuals).
    Dieser Zustand wird auch „Nodding“ genannt und muss nicht zwangsweise mit optischen Effekten auftreten.
    Die inspirierende Wirkung von Schlafmohn auf Künstler kommt von diesem traumähnlichen Wirkaspekt.

 

Nebenwirkungen & Risiken von Schlafmohn Konsum

  • Schwindel, Kopfschmerzen, in seltenen Fällen kann es auch zu Dysphorie (also schlechter Stimmung, bis hin zu depressiven Phasen) kommen.
    Nebenwirkungen & Risiken von Schlafmohn
  • Suchtgefahr – Die wohl größte Gefahr beim Schlafmohn Konsum ist das sehr große Suchtpotential!
    Gerade beim enthaltenen Morphin handelt es sich um ein hochpotentes Opioid, das vergleichbar stark süchtig macht wie Heroin. Bei seltenem Konsum kann es zu einer starken psychischen Sucht bzw. dem heftigen Verlangen nach wiederholtem Konsum kommen, die meisten Opioid-Konsumenten raten davon ab ein Opioid zu probieren, damit man nicht weiß wie es sich anfühlt und es nicht vermissen kann.
    Häufigerer Konsum (täglich bzw. 2-tägig) löst dann eine körperliche Abhängigkeit aus, das Absetzen des Wirkstoffes kann dann einen extrem unangenehmen Entzug hervor rufen, der im schlimmsten Fall zu Krampfanfällen führen kann.
    Möchte man diese Pflanze dennoch konsumieren, sollte man zwischen jedem Konsum mindestens 2, besser 4 Wochen Pause einhalten und dies nur tun wenn man gefestigt im Leben steht & nicht anfällig für Süchte ist.
  • Übelkeit – Tritt vor allem bei höheren Dosierungen ein, kann mit der Einnahme von niedrig dosierten Antihistaminika (wie Emesan Tabletten, enthalten Diphenhydramin, oder Schlafsterne Tabletten, enthalten Doxylamin.) oder Alternativ mit Kamille, Ingwer & co. bekämpft werden.
    Resultiert im sehr hohen Dosisbereich häufig in Erbrechen (was auch eine potentiell lebensgefährliche Nebenwirkung des Opiums ist – bei Überdosierung kann man auf dem Rücken einschlafen und die automatischen Reflexe können durch die Opiate „abgeschaltet“ sein – erbricht man in diesem Zustand passiert es leicht, dass man am eigenen Erbrochenen erstickt, da der Körper es nicht abhustet / sich nicht wegdreht.)
  • Juckreiz – Der für Opioide typische Juckreiz tritt beim Schlafmohn / Opium mitunter recht stark ein, erst Recht bei hochdosierten Einnahmen.
    Auch diese Nebenwirkung lässt sich mit Antihistaminika (Emesan, Schlafsterne) bekämpfen, da sie von der erhöhten Histamin-Ausschüttung stammt.
    Man muss jedoch darauf achten keine zu hohen Dosierungen eines solchen Antihistaminikums einzunehmen, da es sonst zu ungewollten, möglicherweise unangenehmen Wechselwirkungen kommen kann – Doxylamin & Diphenhydramin wirken beide recht unangenehm & unnatürlich sedierend / schlaffördernd!
  • Atemdepression – Oder auch „Atemlähmung“, ist eine potentiell tödliche Nebenwirkung des Schlafmohns bzw. Opiums, die bei einer Überdosierung eintritt.
    2-3g Rohopium (200mg Morphin) sind eine für einen durchschnittlichen Menschen tödliche Dosierung!
    Deshalb gilt beim Schlafmohn-Konsum aller höchste Vorsicht bei der Zubereitung & dem Wählen der Dosis. Man darf nicht zu oft nachlegen, selbst wenn man Lust darauf hat, dies kann zu einem addieren der Wirkstoffmenge im Blut und damit zu eben jener Atemlähmung führen!
    Im Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen tritt diese Atemdepression teils deutlich schneller ein, so darf man auf keinen Fall Alkohol, Benzodiazepine, Neuroleptika & andere Schlaf- & Beruhigungsmittel, Dissoziativa (Ketamin, MXE & co.), GBL / GHB oder Phenibut gemeinsam mit Opioiden einnehmen.
  • Verstopfung & andere Darmprobleme – Eine recht häufige Nebenwirkung vom Schlafmohnkonsum ist die Verstopfung, selten kommt es auch zu Durchfall oder zu anderen Darmproblemen.
  • Pupillenverengung – Gerade bei höheren Dosierungen sind die sogenannten „Steckies“ (Stecknadelpupillen), also deutlich sichtbar verkleinerte Pupillen recht häufig, sie tritt jedoch nicht zwangsweise auf.
  • Hitzewallungen & Gesichtsrötungen – Auch die Rötung des Gesichts macht einen auf Opium Berauschten für andere oft als Berauschten erkennbar.
  • Dehydrierung & Mundtrockenheit – Man muss darauf achten genug zu trinken, dennoch kann es oft zu einem unangenehm trockenen Gefühl im Mund kommen.
  • Appetitlosigkeit
  • Unterdrückung des Harndrangs & Harnverhaltung – Gerade in sehr hohen Dosierungen kann es zu einer Harnverhaltung kommen, das heißt der Konsument kann nicht mehr urinieren, was mitunter für einen ganzen oder gar 2 Tage anhalten kann, nachdem die Wirkung abkling aber wieder vergeht.
    Dies kann sehr unangenehm und sogar gefährlich für die Blase sein.
  • Senkung des Blutdrucks & Herzschlags
  • Toleranzentwicklung – Bereits nach einer Einnahme von Schlafmohn erhöht sich die Toleranz, die aber nach etwa 1-2 Wochen wieder komplett zurück gebildet worden sein sollte.
    Bei häufigerem Konsum (täglich / alle paar Tage bis jede Woche) kann sich die Toleranz extrem steigern und auch sehr lange anhalten, man benötigt mitunter deutlich höhere Dosierungen um den gleichen Effekt zu erzielen wie zu Anfang.

 

Schlafmohn Rechtslage in Deutschland, Österreich & der Schweiz

In Deutschland unterliegt Opium (und das enthaltene Morphin) dem BtMG.
Schlafmohn Anbau ist ohne Genehmigung ebenfalls strikt illegal!
Auch wenn das Gesetz nicht konsequent durchgesetzt wird, stellen sogar der Anbau weniger Zierpflanzen des Papaver somniferum im Garten einen Verstoß gegen das BtMG dar, solange keine Genehmigung eingeholt wurde.

Eine solche Genehmigung kostet für Privatpersonen aktuell 75€ und wird nicht jedem erteilt.

Der Kauf von Samen ist in Deutschland jedoch erlaubt, da keine Wirkstoffe enthalten sind (höchstens Alkaloidreste, die jedoch durch Spülung der Samen abgespült werden können).

In Österreich hingegen ist der Anbau von Schlafmohn vollkommen legal, Opium & Morphin jedoch ebenfalls verboten.
Der Mohn darf also nicht zu Rausch- oder Heilzwecken sondern nur als Nahrungslieferant oder Zierpflanze angebaut werden.

In der Schweiz ist der Schlafmohn-Anbau, ähnlich wie in Österreich, legal.

Dosis / Dosierung von Schlafmohn

Zunächst muss man wissen, dass 10-30mg Morphin auf einen Menschen ohne Toleranz eine leichte Wirkung auslöst, die sich vorallem in Schmerz- und Hustenstillung und in einem leicht berauschten Gefühl äußert. 30-50mg erzeugen dann schon eine deutlich spürbare, stark opioide Wirkung.
50-70mg sind dann schon eine starke Dosis und für Menschen ohne Opioid Toleranz das Maximum, hier kann es bereits zu sehr negativen Nebenwirkungen kommen.

Wie gesagt schwankt der Wirkstoffgehalt von Kapsel zu Kapsel, dementsprechend können eigentlich keine Dosisangaben gemacht werden.
Eine Kapsel kann in Deutschland 0-30mg Morphin enthalten, dementsprechend kann eine große Kapsel schon für eine leichte Wirkung ausreichen.
Starten sollte man entweder mit 2-3 großen, mit 3-4 mittleren oder mit 4-6 kleinen Schlafmohnkapseln.

Auch das Rohopium kann unterschiedlich stark sein, hier ist eine Startdosis mit etwa 100mg anzugeben, oftmals werden aber auch 150-200mg benötigt.
Rauchopium und Schlafmohn Extrakte / Tinkturen müssen mitunter noch deutlich niedriger dosiert werden, da sie noch viel potenter sein könnten.

 

Zubereitung / Einnahme von Schlafmohn bzw. Opium

Es gibt einige Wege zur Einnahme der im Schlafmohn enthaltenen Wirkstoffe.
Die simpelste aller Möglichkeiten, die vor allem sinnvoll ist wenn keine großen Mengen an Schlafmohn sondern nur vereinzelte Pflanze vorhanden sind, ist das Verwenden der ganzen Samenkapseln (bzw. auch der Stiele und sogar Blätter) zur Herstellung eines Schlafmohn-Tees, bzw. eines Extrakts.

Schlafmohn Tee Herstellung:

Hierfür werden die Samenkapseln (die man am besten morgens erntet da der Schlafmohn Kapseln & SamenWirkstoffgehalt zu dieser Zeit höher ist als abends) möglichst gut zerkleinert (wenn sie trocken sind können sie in einem Grinder, bzw. einer Küchemühle pulverisiert werden, wenn sie frisch sind sollte man sie zerschneiden) und dann in einen Topf mit kochendem Wasser gegeben, der dann etwa 30 Minuten köcheln sollte.
Über die genaue Dauer des Kochvorgangs gibt es widersprüchliche Meinungen, oft wird bereits 10-20 Minuten als ausreichend beschrieben, manchmal wird eher zu einer Stunde geraten.
Je feiner das Pflanzenmaterial zerkleinert ist, desto schneller können die Wirkstoffe ausgekocht werden.

Anschließend wird das Material abgefiltert und der Tee kann getrunken werden.
Ein zweiter Aufguss (also den Mohn ein weiteres mal in einem Topf mit Wasser 10-60 Minuten lang köcheln lassen) ist ebenfalls noch wirksam, wenn auch deutlich schwächer.
Die berauschenden Inhaltsstoffe vertragen einiges an Hitze, auf niedriger bis mittlerer Stufe kann man den Tee also ohne bedenken einige Zeit lang stehen lassen, man muss nur darauf achten dass das Wasser nicht verdampft (weshalb ein Deckel zuträglich ist)!

Oftmals wird auch noch dazu geraten, Essig oder Zitronensaft hinzuzufügen um die Löslichkeit der Wirkstoffe zu verbessern, in der Praxis lässt sich meist jedoch kein sonderlich großer Unterschied gegenüber der Verwendung von ausschließlich Wasser feststellen.

Opium Ernte & Zubereitung:

Eine weitere Möglichkeit ist es den Milchsaft zu ernten und trocknen zu lassen, dabei handelt es sich dann um „Rohopium“.
Hierfür werden die Samenkapseln mit einem Messer an mehreren Stellen angeritzt und der innerhalb der nächsten Minuten / Stunden austretende weiße Milchsaft abgeschabt & gesammelt.
Mit dem Trocknungsprozess wird das Opium dann braun / schwarz und deutlich dickflüssiger, man kann es dann oral einnehmen und auch inhalativ oder rektal konsumieren.

Mittels Fermentierung mit dem Pilz Aspergillus niger kann das Rohopium zu Rauchopium umgewandelt werden, welches noch deutlich besser für den inhalativen Konsum geeignet und auch potenter ist.
Der Pilz wandelt das Morphin zu Morphincitrat um, welches geraucht besser aufgenommen werden kann. Die typischen Opium-Kugeln ist meist mit dieser Technik hergestelltes Rauchopium.
Mit rauchen & inhalieren ist in diesem Fall übrigens eher verdampfen & nicht das verbrennen gemeint, dies ist beispielsweise auf einer Alufolie oder in einer Ölpfeife möglich.

Wie bereits oben geschrieben lohnt sich die Opium Ernte eher, wenn ganze Schlafmohn-Felder und nicht nur vereinzelte Mohnpflanze zur Verfügung stehen.
Es kann sich jedoch auch bei letzterem Lohnen (selbst wenn nicht allzu viel Rohopium dabei rumkommen dürfte), da die angeritzten Samenkapseln selbstverständlich auch noch für die Herstellung eines Tees tauglich sind und immer noch einige Wirkstoffe enthalten.

Opium Extraktion aus Schlafmohn:

Auch wenn die Herstellung eines Schlafmohntees an sich schon eine Extraktion ist, lassen sich mit anderen Lösungsmitteln als Wasser noch deutlich potentere, konzentriertere Extrakte herstellen.
Hin und wieder werden diese Schlafmohnextrakte auch Opium genannt, da es sich im Endeffekt um ein ähnliches Produkt handelt (auch wenn sich die Inhaltsstoffe vom normalen getrockneten Milchsaft unterscheiden, die Wirkstoffe sind gleich).

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man ein Opium Extrakt (bzw. eine Opium Tinktur) herstellen kann, Lösemittel die verwendet werden sind beispielsweise Ethanol, Isopropanol oder Methanol.
Eine solche Extraktion ist ohne Laborequipment mitunter jedoch gefährlich, da explosive Gase entstehen!
Wir raten eindringlich davon ab, selbst ein solches Extrakt herzustellen.

Schlafmohn Rauchen:

Es gibt auch die Möglichkeit, die opioiden Wirkstoffe inhalativ aufzunehmen, demnach liegt es natürlich nahe, Schlafmohn zu rauchen.
Dies funktioniert am besten in Form von Opium (Rauchopium ist wie schon erwähnt deutlich besser geeignet, Rohopium ist jedoch auch tauglich).

Man kann dennoch auch die getrockneten Schlafmohn Kapseln, Blätter und Stiele rauchen!
Hierfür muss man sie nur fein genug zerhexeln, anschließend kann man einige Joints damit rauchen oder etwas Mohn in die Pfeife stopfen, dies wird jedoch keine wirklich starke, lang andauernde sondern eher eine subtile Wirkung erzeugen.

Schlafmohn Samen konsumieren – „Mohnplörre“:

Bis etwa 2005 war es üblich, sich aus im Supermarkt erhältlichen „Blaumohn“-Samen (was schlicht Schlafmohn ist, welcher für die Nahrungsmittelproduktion angebaut wird) eine Mohn-Plörre herzustellen, also eine Art Schlafmohn-Tee, der jedoch aus den Mohnsamen und nicht den Kapseln / Blättern besteht.
Man benötigte mehrere hundert Gramm für eine Wirkung.

Seit 2005 werden die Mohnsamen jedoch gewaschen und somit die Alkaloidreste die sich auf ihnen befanden (und damit der komplette Wirkstoffgehalt) entfernt.
Die Herstellung einer Mohnplörre aus Supermarkt-Mohn ist aktuell deshalb nicht möglich!

Theoretisch kann man sich aus selbst geernteten Mohnsamen natürlich nach wie vor einen Mohnsamentee brauen, dies lohnt sich jedoch eher nicht, da man etwa 200-1000g benötigt und die Samen auch eingepflanzt werden können, wodurch neue Kapseln geerntet werden könnten.

 

Vorteile vom Schlafmohn gegenüber anderen Schmerzmitteln

Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
Die im Schlafmohn enthaltenen Opioide (bzw. Opiate) sind nicht toxisch und schädigen die Organe (im Gegensatz zu freiverkäuflichen Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol) nicht oder kaum.

Außerdem können manche Schmerzen nicht von den nichtopioiden Analgetika behandelt werden, die opioide Wirkung (die auch eine psychoaktive, psychische Wirkung, bspw. Geborgenheit, Schmerzunempfindlichkeit mit einschließt) ist beispielsweise für Krebsschmerzen ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Gerade für Schwerkranke ist die Rauschwirkung ein riesiger Vorteil. Sucht ist, wenn man recht sicher bald stirbt, sowieso kein Problem und etwas künstliches Wohlbefinden ist kranken Menschen wirklich zu gönnen.

Geschichte vom Schlafmohn

Ursprünglich stammt der Schlafmohn aus Mittel- und Südeuropa, wo er bereits in der SchlafmohnkapselnJungsteinzeit als Nahrungs- und vermutlich auch als Rauschpflanze angebaut wurde.
Seit wann er als Kulturpflanze Verwendung findet ist nicht genau datierbar. Es ist jedoch bereits 3000 vor Christus eine Erwähnung bezüglich des Papaver somniferum auf einer sumerischen Schrifttafel die ihn als „Pflanze des Glücks“ beschreibt zu finden.
In der Antike hieß der Milchsaft dieses Mohns bspw. „Saft vom Kraut des Vegessens“, es ist also sehr deutlich dass es sich hier um eine der ältesten Heilpflanzen von allen handelt.
Homer erwähnte den Schlafmohn, die Gallier so wie die Wikinger wussten um seine Wirkungen.

Im 3. Jahrhundert n. Chr. fanden sich erste dokumentierte Einsätze von Opium in China (ein Arzt verwendete für chirurgische Operationen als Narkotika Opium & Cannabis indica), in Ägypten ist es spätestens seit dem Neuen Reich / der Spätantike als Heilkraut bekannt.
In Deutschland ist die früheste bekannte Aufzeichnung bezüglich der heilenden & berauschenden Effekte von Schlafmohn im 9. Jahrhundert zu finden, in einem Gedicht von Walahfried Strabo.

Die Bekanntheit & Beliebtheit von Papaver somniferum ebte über die Jahrhunderte kaum ab, im 15. Jahrhundert fand es beispielsweise großflächig Anwendung als Aphrodisiakum und im Mittelalter war es in ganz Europa als Arzneipflanze weit verbreitet.
Sehr berühmt wurde das Präparat Laudanum, das 1670 vom englischen Arzt Thomas Sydenham erfunden. Es handelt sich um eine Tinktur, die Opium, Safran (Crocus sativus), Nelken (Syzygium aromaticum), Zimt (Cinnamomum verum) und spanischem Wein besteht.
Diese Tinktur galt als Allheilmittel und wurde auch zum Zwecke der Berauschung getrunken, beispielsweise von bekannten Künstlern wie Mary Shelley (Autorin von Frankenstein), Thomas de Quincey oder John Polidori (Autor von The Vampire). Der Opium-Rausch nahm starken Einfluss auf die Kunst dieser Zeit.

Ein Meilenstein der Geschichte des Schlafmohns war dann, als der deutsche Apotheker Sertürner 1805 das Morphin aus dem Opium isolierte, wonach es erstmals als reiner Wirkstoff vorlag.
Genau dosierte Morphin-Präparate ersetzten daraufhin die Opium Produkte wie Laudanum.
In den 1920er Jahren wurde Schlafmohn-Gebrauch zu Rauschzwecken zu einem gesellschaftlichen Phänomen, was zu dem immer noch aktiven weltweiten Verbot des Opiums führte.

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