Unbekannte Rauschpflanzen

Nochmal 10 unbekannte, unerforschte psychoaktive Pflanzen mit Rausch Potential

Zu manchen psychoaktiven Pflanzen gibt es kaum Erfahrungsberichte und erst Recht kaum wissenschaftliche Untersuchungen der Inhaltsstoffe und Wirkungen.
Teils sind es auch sehr bekannte Pflanzen, bei denen allerdings unbekannt ist, dass sie wohl auch berauschend wirken können. Hier möchte ich zehn dieser psychoaktiven Pflanzen ungewisser Qualität vorstellen!

Ich veröffentlichte bereits zwei weitere Listen mit jeweils 10 weiteren unerforschten, unbekannten psychoaktiven Pflanzen.

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10 unerforschte, unbekannte Rauschpflanzen

1. Taglilie (Hemerocallis yezoensis / Hemerocallis fulva & evtl. andere Hemerocallis)

Zu dieser sehr schönen, teils essbaren Pflanze (bzw. zu diversen Hemerocallis Arten) findet man an ein paar Stellen den Hinweis, dass große Mengen der Blätter bzw. Triebe halluzinogen sein sollen.
Praktisch verwendet als psychoaktive Pflanze wurde die Taglilie allerdings, soweit ich weiß, noch nicht.

Ob tatsächlich eine psychedelische Wirkung erzeugt wird, ist mehr als fraglich.

Die Blüten & Schösslinge enthalten eine

 

2. Wilde Karotte (Daucus carota)

Wilde Möhre
Blüte einer wilden Karotte

Die Samen der Wilden Karotte enthalten Myristicin, laut einer Quelle enthält das ätherische Öl u.a. auch Elemicin und Beta-Asaron.
In der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian Rätsch (hier kaufbar) wird davon berichtet, dass die Blätter der Wilden Karotte geraucht eine psychoaktive Rauschwirkung erzeugen sollen.

Diese Effekte sollen vermutlich nur in hohen Dosierungen eintreten, weswegen die Wilde Karotte dennoch als essbare Wildpflanze eingenommen werden kann (nicht jedoch von Schwangeren und Stillenden).
In diesen hohen Dosierungen könnten toxische Effekte eintreten!
So wohl das enthaltene Elemicin, als auch Myristicin und Beta-Asaron sind kanzerogen und damit auch genotoxisch.

Möchte man diese Pflanze wild sammeln, muss man natürlich sehr auf die Verwechslungsmöglichkeiten achten, da es hier einige tödlich giftige mögliche Verwechslungen gibt.

 

3. Mitragyna ciliata

Dass Mitragyna speciosa, auch Kratom genannt, psychoaktiv ist, ist inzwischen sehr bekannt.

Es sind jedoch auch andere Mitragyna Arten psychoaktiv, etwa Mitragyna hirsuta, Mitragyna javanica (hier findet ihr einen Infoartikel zu M. javanica) und Mitragyna parvifolia.

Zu Mitragyna ciliata habe ich keine Einnahme zu Rauschzwecken bzw. als opioioder Kratom Ersatz gefunden, allerdings scheinen die Blätter inaktiv zu sein.
Die Rinde hingegen enthält Akaloide und ein Kaempferol Derivat und zeigte in Tierversuchen einen starken antioxidativen und schmerzhemmenden Effekt.
Das Kaempferol Derivat kann lebensgfährliche Nebenwirkungen erzeugen.

Da man Rinde und nicht einfach Blätter ernten müsste, wird Mitragyna ciliata vermutlich nie eine Rolle als exportiertes Rauschmittel einnehmen. Das Entnehmen von Rinde kann den Baum schwächen und töten.

 

4. Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides)

Diese in der Homöopathie (ohne Wirkung, die über den Placebo Effekt hinaus geht) verwendete Pflanze enthält Methyleugenol und Elemicin.

Elemicin ist recht sicher psychoaktiv, zu Methyleugenol gibt es einen Bericht, laut dem diese Substanz kombiniert mit Piperin (dem Wirkstoff des Pfeffers) psychedelische Effekte auslösen soll.
Methyleugenol und Elemicin können in zu hohen Dosierungen genotoxisch wirken.

Es wird vermutet, dass Pelargonium sidoides (selbst in medizinischen Dosierungen) Leberschädigungen erzeugen kann.
Von Experimenten zu Rauschzwecken ist daher dringend abzuraten.

 

5. Chili (Capsicum spp.)Getrocknete Chilischoten

Das scharfe Capsaicin, das in Chilis enthalten und für den scharfen Geschmack verantwortlich ist, hat auf jeden Fall einen Einfluss auf die Hirnchemie.

Es gibt auch einige Berichte, bei denen eine euphorische, stimmungsaufhellende und stimulierende / aufputschende Wirkung durch das Kauen oder Essen von Chili empfunden wurde.
Auch in indigenen Völkern wird sie teilweise als Stimulanz benutzt, außerdem auch als Aphrodisiakum.

Einige Menschen spüren auch keine Wirkung. Es besteht das Potential, dass das Mischen von Chili mit anderen psychoaktiven Pflanzen eine synergetische, verstärkte Wirkung erzeugen kann.
Hierzu sollte es deutlich mehr Studien und Bioessays geben!

 

6. Französische Studentenblume (Tagetes patula)

Dass Tagetes Lucida, die Mexikanische Studentenblume, psychoaktiv ist, ist schon recht bekannt.
T. lucida wird in Südamerika auch als rituelle, geistbewegende Pflanze konsumiert.

Hier findet ihr einen Infoartikel zu Tagetes lucida!

Einige andere Tagetes Arten könnten wohl auch psychoaktiv wirken, hierzu gibt es allerdings sehr wenige Informationen oder gar Berichte.

Tagetes patula erscheint mir besonders interessant, da diese Art Benzofurane enthält.
Dies sind Substanzen, die teilweise definitiv psychoaktiv sind (gerade in der Research Chemical Szene wurden viele Benzofurane synthetisiert, die als stark wirksame Rauschdrogen verkauft wurden).
Natürlich sind nicht alle Benzofurane psychoaktiv.

In Indien wird Tagetes patula (und auch Tagetes erecta) als rituelle Pflanze verwendet, jedoch wohl nicht konsumiert.
Sie wird auch als Heilpflanze verwendet, v.a. gegen Entzündungen.

Ob Tagetes patula tatsächlich psychoaktiv ist, (und ob es vielleicht nur bestimmte Züchtungen sind, oder eine bestimmte Konsummethode gewählt werden muss) ist unbekannt.

 

7. Bärentraube / Kinnikinnick (Arctostaphylos uva-ursi)

Die Bärentraube wird zum einen als Heilpflanze verwendet, wird in Südamerika aber auch als Rauchkraut genutzt.
Sie wird oft mit Tabak gemischt, oder auch pur geraucht.

Dort wird bescrheiben, das Rauchen von Kinnikinnick würde ein Trunkenheits, narkotisiertes Gefühl erzeugen.
Pharmakologisch wurde das noch nicht so richtig erklärt. Der Hauptwirkstoff, Arbutin, ist zwar eventuell leicht psychoaktiv, aber nicht sehr stark. Er ist auch in Damiana (Turnera diffusa) enthalten.

Doch Vorsicht: Als Kinnikinnick werden, je nach Stamm & Kultur, unterschiedliche Pflanzen bezeichnet!

In der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian Rätsch  werden auch diverse Rauchmischungen angegeben, bei denen die Bärentraube eine wichtige Zutat ist.

8. Chinesische Freilandgloxinie (Incarvillea sinensis)

Diese in der traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzte Pflanze, ist definitiv psychoaktiv, daran besteht kein Zweifel.
In der TCM wird sie u.a. gegen Schmerzen eingesetzt, weswegen es auch ein paar Studien zu Incarvillea sinensis gibt.
Es gibt Tierversuche, bei denen festgestellt wurde, dass Naloxon die schmerzhemmende Wirkung der Pflanze aufgehoben hat. Das bedeutet, dass sie Opioide enthält.

Es ist also recht naheliegend, dass die Chinesische Freilandgloxinie auch als Rauschpflanze eingesetzt werden kann.
Bislang existieren wenige Erfahrungsberichte, die ihr aber definitiv alle eine spürbare Wirkung attestieren.
Die genaue Dosierung für Rauschzwecke ist noch nicht bekannt (wohl 0,1-0,5g). Die meisten berichten davon, dass das Kraut weniger Euphorie als Kratom auslöst, manche sagen, es macht schläfriger.
Als Kratom Ersatz ist diese Pflanze wohl nicht tauglich, da es sich nicht um eine typische opioide Wirkung zu handeln scheint.

Ich werde bald einen Infoartikel zu Incarvillea sinensis als psychoaktive Pflanze schreiben und diesen dann hier verlinken!

 

9. Psychotria colorata

In der Pflanzenfamilie Psychotria gibt es sehr viele psychoaktive Arten, die oftmals DMT, 5-MeO-DMT und weitere verwandte Tryptamine enthalten.
Psychotria colorata ist eine ganz besondere Art, da sie vermutlich keine psychedelischen Tryptamine, wohl aber Opioide und NMDA-Antagonisten enthält.

In Südamerika wird diese Pflanze von indigenen Völkern als Schmerzmittel verwendet, teileweise auch als Ayahuasca Zutat.

Dass es sich hier um eine psychoaktive Pflanze handelt ist also klar, allerdings fehlen auch hier genauere Untersuchungen und Erfahrungsberichte.

Es ist auch nichts über das Sicherheitsprofil bekannt, eine zu hohe Dosis könnte potentiell leicht zum Tod führen!
Von Experimenten ist daher abzuraten.

 

10. Zitronengras / Lemongrass (Cymbogon densiflorus)

Das Zitronengras kennt man als hervorragendes, zitroniges Gewürz, oftmals in asiatischen Speisen verwendet.
Cymbogon densiflorus hat allerdings eine Historie als psychoaktive Pflanze, so wurden etwa die Blätter und Blüten gemischt mit Tabak geraucht, um wahrsagerische Träume zu erzeugen.
Man könnte daraus ableiten, dass es sich um ein Traumkraut handelt und generell Träume verstärkt.

Psychoaktive Inhaltsstoffe wurden bislang nicht entdeckt und aktuelle Erfahrungsberichte zum Rauchen von Zitronengras konnte ich ebenfalls nicht finden. Nur den Hinweis, es soll zu Euphorie und Entspannung kommen.

Falls ihr hier weitere Infos habt, schreibt sie bitte in die Kommentare!

 

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Generell interessieren mich Erfahrungsberichte und Meinungen zu diesen Pflanzen sehr.
Danke für’s Lesen!

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