Sumpfporst / Wilder Rosmarin (Ledum palustre / Rhododendron tomentosum) – Alkohol-artige psychoaktive Pflanze

Sumpfporst / Wilder Rosmarin (Ledum palustre / Rhododendron tomentosum) – Alkohol-artige psychoaktive Pflanze

Sumpfporst / Wilder Rosmarin (Ledum palustre / Rhododendron tomentosum)

Der Sumpfporst / Wilder Rosmarin (früher: Ledum palustre, heute: Rhododendron Sumpfporst / Wilder Rosmarin / Rhododendron tomentosumtomentosum) ist ein Heidekrautgewächs, das früher häufig als psychoaktive Pflanze eingesetzt wurde und zu dem es auch heute ein paar wenige Erfahrungsberichte zu finden gibt. Es handelt sich außerdem um eine Heilpflanze, die früher in der Volksmedizin vielfach verwendet wurde, heutzutage allerdings nicht mehr.

Der Sumpfporst ist eine Zutat im Grutbier, ein alkoholisches Getränk, das aus Bier und Ledum palustre besteht.
Die Alkoholwirkung soll durch diese Pflanze verändert und verstärkt werden.
Im schamanischen Kontext wird der Porst zur Erzeugung einer Trance verwendet, beispielsweise als Räucherstoff, aber auch durch direktere Aufnahme.

Mehr zur Wirkung, der Verwendung und dem heutigen Gebrauch des Wilden Rosmarin findet ihr weiter unten in diesem Artikel!

Andere Namen: Porst, Schweineporst, Porsch, Wilder Rosmarin, Walsrosmarin, Moor Rosmarin, Grutkraut, Brauerkraut, Großes Flohkraut, Heidebienenkraut, Weiße Heide, Ledum palustre, Rhododendron palustre

 

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In Christian Rätsch’s Buch „Bier – Jenseits von Hopfen und Malz“ wird auf den Sumpfporst eingegangen & Christian Rätsch berichtet sogar von seinen Erfahrungen mit der Pflanze.
Sehr empfehlenswertes Buch!

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Sumfporst / Ledum palustre Wirkung

Die Wirkung soll vergleichbar mit der von Alkohol sein, also stark narkotisierend / berauschgend, sedierend / beruhigend / entspannend, eventuell meditativ & trance-artig, enthemmend, manchmal stimmungsaufhellend oder leicht euphorisch.

Der Rausch kann aggressive Züge haben, Menschen, die bei Alkohol schon öfter aggressiv werden, sollten vom Konsum, zum Schutz ihrer selbst und zum Schutz anderer, absehen.

Die Wirkung scheint recht schnell einzutreten, vor allem in Form von Bier oder alkoholischer Tinktur.

Sumpfporst als Heilpflanze

Heutzuztage wird der Sumfporst nur noch in der Homöopathie verwendet.

Früher wurden auch größere als die winzigen Mengen der Homöopathie medizinisch eingesetzt, etwa gegen Knochen-, Gelenk- und Zahnschmerzen, Insektenstiche, Keuchhusten, Menstruationsbeschwerden, Arthritis, Rheuma, Gicht, Hautprobleme (wie Ausschälge) und weitere Krankheiten.
Er wurde äußerlich und innerlich angewandt. Gegen Erkältung wurde ein Wasserauszug aus dem Sumpfporst hergestellt und der Dampf dieses inhaliert (wie es bei uns häufiger mit der Kamille gemacht wird).

Die Pflanze ist anästhesierend.

 

Sumpfporst Nebenwirkungen & Risiken

Ledum palustre hat einige Nebenwirkungen und ist keine sehr sichere psychoaktive Pflanze. Schwangere dürfen sie auf keinen Fall einnehmen, es kann zu Fehlgeburten kommen!

In zu hohen Dosierungen können Krämpfe, Tobsucht, Realitätsverlust, starker Schwindel & motorische Schwierigkeiten, oder auch der Tod eintreten, wobei es bislang noch keinen dokumentierten Todesfall nach Sumpfporst Konsum gibt.
Dementsprechend vorsichtig muss der Sumpfporst dosiert werden – man beginnt lieber mit einer sehr kleinen Dosierung und tastet sich dann langsam hoch, mit genug langen Pausen zwischen jeder Einnahme.
Außerdem sind hohe Dosen sehr schädlich für den Magen-Darm-Trakt, zu häufiger Konsum kann zu dauerhaften Magen-Darm-Problemen führen.
Auch eine Schädigung der Nieren und Harnwege ist möglich!

Generelle Nebenwirkungen (die auch bei geringeren Dosierungen vorkommen), sind Schweißausbrüche, Enthemmung (die bei manchen Personen zu Aggressionen führen kann) und Schwindel.

Diese Rhododendron Art wird als leicht giftig eingestuft.

 

Sumpfporst / Ledum palustre Anwendung / Zubereitung / Einnahme

Sumpfporst zum Bierbrauen

Dies ist eine der bekanntesten Verwendungen des Ledum palustre.
Die Blätter dieser Pflanze werden als Zutat zum Bier brauen eingesetzt und sollen die Wirkung des Alkohols verändern, verstärken und das Bier konservieren (länger haltbar machen).
Das mit Sumpfporst gebraute Bier nennt man Grutbier. Manchmal wird außerdem Gagel / Moor-Gagel (Myrica gagel) aus geschmacklichen Gründen zugesetzt.

 

Räucherstoff Sumpfporst

Sumpfporst / Wilder Rosmarin / Ledum palustre / Rhododendron palustreVon schamanischen Stämmen wird der Wilde Rosmarin vor allem geräuchert, ähnlich wie Wacholder. Natürlich kann diese Pflanze auch gut mit anderen Räucherstoffen gemischt werden, sodass eine Räuchermischung entsteht.

Um eine Pflanze zu räuchern, ist die einfachste Methode, Sand in eine hitzebeständige Schale zu geben, darauf eine selbstzündende Räucherkohle zu legen und dann das zerkleinerte Pflanzenmaterial auf die glühende Kohle zu legen.
So verbrennt das Pflanzenmaterial sehr schnell.

Auch das ätherische Öl des Porsts kann geräuchert (bzw. verdampft) werden, dieses darf jedoch nicht einfach auf eine glühende Kohle gegeben werden, so kann es zu Stichflammen kommen & das Öl verbrennt viel zu schnell.
Man benutzt für ätherische Öle stattdessen eine Duftlampe (hier könnt ihr eine kaufen), die meist eine Konstruktion ist, bei der ein Teelicht eine darüber liegende Schale erhitzt. In diese Schale wird das Öl einfach reingetropft und verdampft dann sehr langsam & verbreitet seinen Duft.

Da durch Räuchern der Rauch nur indirekt eingeatmet wird, kommt es natürlich zu keiner allzu starken psychoaktiven Wirkung, wobei auch schon alleine der Geruch eine Veränderung der Wahrnehmung / des Geisteszustandes auslösen kann.

 

Sumpfporst kauen / schlucken

Auch das Kauen der Ledum palustre Wurzel ist / war in schamanischen Stämmen verbreitet, dieses löst eine deutlich stärkere Wirkung (und potentiell auch deutlich stärkere Nebenwirkungen) aus, als das Räuchern.

Auch das Kochen eines Sumpfporst Tees ist möglich und wird von indigen Stämmen vielfach praktiziert, vor allem zu Heilzwecken (wobei die psychoaktive Wirkung ihnen sicher auch nicht unbekannt ist), dieser Tee wird Labrador Tea genannt.
Der Tee wirkt jedoch kaum psychoaktiv oder toxisch, da sich nur wenig ätherisches Öl löst, und sich in diesem die Wirkstoffe befinden.
Anders ist dies beim Bier brauen oder dem Herstellen einer alkoholischen Tinktur, hier wird viel ätherisches Öl gelöst.

Aus Sumpfporst Blättern, Stielen & Wurzeln kann eine alkoholische Tinktur hergestellt werden, nicht nur Bier brauen ist möglich.
Hierfür wird das zerkleinerte Pflanzenmaterial in hochprozentigem Alkohol eingelegt und 4-8 Wochen ziehen gelassen, anschließend wird es abgefiltert.
Diese Tinktur muss vorsichtig dosiert werden, da es noch berauschender als das Grutbier wirken kann!

Sumfporst Urtinktur (homöopathisches Präparat)

Es gibt einige Erfahrungsberichte, die von der Verwendung der Urtinktur (also dem in der Homöopathie stärkst möglichen Extrakt) als Psychoaktiva künden.
Manche Menschen kaufen sich eine solche Urtinktur (hier könnt ihr sie kaufen) und tropfen einige Tropfen (siehe bei der Überschrift „Sumpfporst Dosierung“) in Bier, um so ein Grutbier ohne großen Aufwand zu simulieren.

Auch wenn die Homöopathie mit sehr nieder potenten Präparaten arbeitet, die in normalen Dosierungen keinerlei Wirkung entfalten (bis auf den Placebo Effekt), scheint die Urtinktur höher dosiert tatsächlich psychoaktiv zu wirken.

Sie muss natürlich nicht in Bier gegeben werden, ohne den Mischkonsum mit Alkohol könnte der Effekt jedoch zu gering sein (bzw. könnten zu hohe Mengen der Urtinktur eingenommen werden müssen).

Christian Rätsch berichtet von seinen Erfahrungen mit der Sumpfporst Urtinktur in seinem Buch „Bier – Jenseits von Hopfen und Malz“, in dem es auch weitere Infos zu Ledum palustre zu finden gibt. Sehr empfehlenswertes Buch!

Die Berichte zur Wirksamkeit des Konsums der Ledum palustre Urtinktur gehen teils auseinander, manche merken eine deutliche Veränderung & Verstärkung der Bierwirkung, andere bemerken nur sehr leichte Effekte, die von der Alkohol-Wirkung abweichen.
Ob sich das ganze preislich lohnt ist ebenfalls umstritten, wobei die meisten Berichte durchaus positiv sind.

 

Sumpfporst Dosierung / Dosis

Dosisangaben findet man zu dieser Pflanze so gut wie keine, wenn es um den Konsum zu Rhododendron tomentosum / SumpfporstRauschzwecken geht. Vom Konsum ist daher abzusehen, wenn das recht große Risiko der toxischen Wirkungen nicht eingegangen werden soll.

Sollte man sich trotzdem für den Konsum entscheiden, darf man nur sehr wenig von dieser Pflanze einnehmen. Man sollte mit maximal 0,1g beginnen und sich dann ganz langsam (über mehrere Tage hinweg) hochtasten.
Ein sicherer Dosisbereich ist unbekannt!

Bei der Sumpfporst Urtinktur wird (für Rausch-Zwecke) von einer Dosis von etwa 50-75 Tropfen in 0,5 Liter Bier berichtet.

 

Sumpfporst Inhaltsstoffe

Im ätherischen Öl befinden sich u.a. Alkaloide (jedoch nur in Spuren), Myrcen, Quercetin, Ledol, Palustrol, Arbutin, Ericolin, Fraxin, Esculin, Thymol und Hyperosid.
Die Blätter enthalten bis zu 2,5% des ätherischen Öls!

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