Schwarzes Bilsenkraut (Hysocyamus niger) – Heimisches Nachtschattengewächs & Hexenkraut

Schwarzes Bilsenkraut (Hysocyamus niger) – Heimisches Nachtschattengewächs & Hexenkraut

Schwarzes Bilsenkraut (Hysocyamus niger) – Heimisches Nachtschattengewächs & Hexenkraut

Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) ist eine Pflanzenart die zu den Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) SamenBilsenkräutern und zur Familie der Nachtschattengewächse zählt.
Sie wird auch Dollkraut oder Hexenkraut genannt – in dieser Pflanze befinden sich nämlich psychoaktive, delirante Tropanalkaloide.

Das schwarze Bilsenkraut ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollkommen legal, selbst wenn die psychoaktive Wirkung bereits seit vielen Jahrhunderten bekannt ist.
Dies liegt daran, dass Hyoscyamus niger, ebenso wie viele andere Nachtschattengewächse, einen sehr gefährlichen (da extrem uneinschätzbaren) und in den allermeisten Fällen unangenehmen Rausch auslöst und deswegen wenig Bedeutung in der Drogen- & Psychonautenszene hat.

Die Inhaltsstoffe zählen nicht zu den Psychedelika sondern zu den Deliranta – letztere lösen im Gegensatz zu Psychedelika echte Halluzinationen (und keine Pseudohalluzinationen) aus, welche der Konsument nicht von der Realität unterscheiden und als Halluzination erkennen kann.
Dies ist eines der größten Gefahrenpotentiale des Hexenkrauts, da Berauschte auf die nicht aufgepasst wird sich selbst oder andere in Gefahr bringen können.

Vom Konsum von Schwarzem Bilsenkraut (und anderen Tropanalkaloid-haltigen Nachtschattengewächsen) zu Rauschzwecken ist dringend abzuraten – es ist lebensgefährlich und aufgrund der starken Wirkstoffschwankungen, selbst innerhalb einer Pflanze, kann nicht richtig dosiert werden!
Dennoch wurde Hyoscyamus niger sehr häufig auch als Heilpflanze verwendet, auch heutzutage werden die isolierten Wirkstoffe (oder abgewandelte Formen davon, bspw. Butylscopolamin („Buscopan“)) noch gegen verschieden Krankheiten eingesetzt!

 

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Inhaltsstoffe von Hyoscyamus niger

In den Blättern: 0,06-0,17% Alkaloide

In den Wurzeln: ~0,08% Alkaloide

In den Samen: 0,05-0,3% Alkaloide

Enthalten sind unter anderem die Tropanalkaloide Hyoscyamin (bzw. das Racemat Atropin), Scopolamin, Apoatropin und Cuskhygrin, außerdem in Spuren Norscopolamin, Littorin, Tropin, Tigloidin und Tigloyloxytropan.
Außerdem enthält Hyoscyamus niger Flavonoide (bspw. Rutin) und Cumarin-Derivate.

 

Hyoscyamus niger Nebenwirkungen & Risiken

Bereits 15 Bilsenkraut Samen können bei Kindern / empfindlichen Personen tödlich wirken!

Eine große Gefahr ist, dass der Dosisunterschied zwischen der berauschenden und der toxischen, tödlichen Wirkung nicht sehr groß ist.
Das heißt bereits ein wenig mehr Wirkstoff kann zwischen dem Tod und einem „normalen“ Nachtschatten-Rausch entscheiden!

Das ist ein riesiges Problem, da die Wirkstoffkonzentration (selbst innerhalb einer Pflanze) stark schwankt, weshalb man keine genaue Dosisangaben zum Schwarzen Bilsenkraut machen kann.
Um diesen Risikofaktor zu verringern muss man eine standartisierte Masse herstellen, mehr dazu bei der Überschrift „Schwarzes Bilsenkraut richtig dosieren“.

Selbst wenn keine tödliche Dosis eingenommen wird kann es zu einem mehrtägigen, Delirium-artigen Trip kommen, bei dem der Betroffene sich oder andere gefährden kann und sich meist absolut manisch & unkontrolliert verhält.
Dies kann ein Trauma und eine drogeninduzierte Psychose auslösen, die noch lange nach dem Rausch, eventuell ein Leben lang, anhalten können!
Ein von Deliranta stark Berauschter wird höchstwahrscheinlich in eine geschlossene Psychatrie eingewiesen, wenn er von anderen Menschen gesehen wird.

Andere Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Schwindel, Bewegungsunfähigkeit, Manie, Dysphorie & mehr.

 

Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) Wirkung

Die Inhaltsstoffe dieser Pflanze wirken krampflösend, antiasthmatisch, aber auch narkotisch / betäubend und halluzinogen.

 

Hyoscyamus niger als Heilpflanze

Im 19. Jahrhundert hatte jede Apotheke Schwarzes Bilsenkraut, Hyoscyamus Extrakte oder Fertigpräparate.
So wurden beispielsweise vorgedrehte Zigaretten mit Hyoscyamus niger Kraut als Asthma-Medikament verkauft, außerdem wurde es gegen Epilepsie, andere Atemwegserkrankungen wie Bronchitis & Reizhusten, Augenentzündung, Ohrenschmerzen und auch Unruhe / Panik genommen.

 

Hyoscyamus niger als Rauschmittel

Früher wurde Schwarzes Bilsenkraut recht häufig als Rauschpflanze verwendet, meist geraucht, selten auch oral eingenommen.
Im 17. bis 18. Jahrhundert wurde es sogar als Bier-Zutat verwendet und verstärkte die berauschende Wirkung des Bieres!

Inzwischen ist es, da in unseren Breitengraden deutlich berechenbarere, sichere und bessere Rauschdrogen bekannt sind, nicht mehr sehr weit verbreitet, Tropanalkaloid-haltige Nachtschattengewächse zur Berauschung zu konsumieren.
Hin und wieder wird es dennoch genommen, manchmal von erfahrenen und vorsichtigen Ethnobotanik-Interessierten die eventuell auch positive Rauschzustände erzielen können, manchmal aber auch von Unwissenden und Jugendlichen, die die Gefährlichkeit unterschätzen, was absolut lebensgefährlich ist.

In geringen Dosierungen, bei denen die Wirkung der Tropanalkaloide noch nicht deutlich zu spüren ist, kann Schwarzes Bilsenkraut als Booster für andere psychoaktive Pflanzen dienen.
Hierfür wird eine kleine Menge zu einer Rauchmischung hinzugegeben.

In niedrigeren Dosen wirkt das Schwarze Bilsenkraut farbenintensivierend, die Gedankengänge verändernd und kann selten angenehm oder euphorisch sein.
In höheren wird es dann stark halluzinogen, d.h. echte Halluzinationen (akustische so wie optische, oder auch olfaktorische und taktile) werden wahrgenommen, sehr verwirrend & irritierend, betäubend, manchmal ermüdend / schlaffördernd, die motorischen Fähigkeiten sind stark vermindert.

 

Schwarzes Bilsenkraut richtig dosieren

Entscheidet man sich trotz der enormen Gefahren dazu, diese Pflanze konsumieren zu wollen, muss man eine standartisierte Masse herstellen, die aus deutlich mehr Pflanzenmaterial als für eine Dosierung besteht.
Das heißt, man löst eine größere Menge an Bilsenkraut Samen / Blättern / Blüten / Wurzeln in einem Lösemittel, sodass man eine Durchschnittsstärke erhält.
Dann muss man sich sehr langsam an eine richtige Dosis herantasten, indem man erst eine sehr kleine Menge, die noch nicht gefährlich sein kann, einnimmt. An einem anderen Tag steigert man die Dosis dann etwas und wiederholt diesen Vorgang bis man eine gute Dosierung gefunden hat.

Als Lösemittel kann man beispielsweise Wasser oder Alkohol verwenden.
Wasser ist jedoch nicht gut geeignet, da sich der Bilsenkraut Tee nicht lange aufbewahren lässt und für die Bestimmung der Potenz sollte man mehrere Wochen einplanen.
Ein Alkoholauszug ist sehr gut haltbar!

Konkret funktioniert dies so:
Man gibt eine größere Menge an Bilsenkraut (oder eines anderen Nachtschattengewächses) in eine Flasche, überschüttet diese mit Schnaps, verschließt sie, schüttelt und stellt sie an einen dunklen, kühlen Ort.
Nach etwa 1-2 Monaten kann man das Pflanzenmaterial abfiltern (was man sehr gründlich machen muss – es dürfen keine Pflanzen-Reste enthalten sein, da es sonst zu Wirkstoffschwankungen kommen kann – am besten man filtert zwei mal).

Ein Beispiel für eine Dosierung wären 70 Bilsenkraut Samen auf 500ml Schnaps – etwa 20-50ml des Trankes sollten dann eine delirante Wirkung zeigen.
Das Pflanzenmaterial sollte man vorher gut zerkleinern!

 

Zubereitung & Einnahme von Hyoscyamus niger

Die Herstellung eines Tees aus Bilsenkraut Blättern / Samen o.a. ist die wohl unsicherste Konsumform, da die Wirkstoffschwankungen so kein bisschen abgefedert werden!
Möchte man diese Pflanze oral einnehmen, muss man definitiv wie oben beschrieben eine standartisierte Masse herstellen.

Lediglich beim Bilsenkraut Rauchen können auch die unbehandelten Samen oder Blätter verwendet werden, solange man eine sehr niedrige Dosis verwendet und langsam raucht & Pausen zwischen den Zügen an der Pfeife / dem „Joint“ lässt.
Die Wirkung tritt beim Rauchen deutlich schneller ein, weshalb man (wenn langsam geraucht wird) noch aufhören kann wenn es zu viel wird, was bei der oralen Einnahme nicht möglich ist.

 

Schwarzes Bilsenkraut Wirkzeit

Die Hauptwirkung (die dämpfend & stimulierend ist) hält 3-4 Stunden an, halluzinogene Effekte können bei hoher Dosis jedoch mehrere Tage anhalten.
Geraucht hält die Wirkung deutlich weniger lang.

 

Geschichte von Schwarzem Bilsenkraut

Die ersten uns bekannten Erwähnungen von Bilsenkraut-Konsum zu Rausch- oder Heilzwecken könnte bis zu den alten Ägyptern (den Babyloniern) & Persern zurückzuführen sein.
Auch im Altertum war es sehr verbreitet, so wohl als Rauschmittel zur Erzeugung von Trance-Zuständen als auch zur Verübung von Giftmordern. Im Mittelalter verwendete man es medizinisch (als Schmerzmittel´und Narkosemittel) und auch der Name Hexenkraut stammt aus dieser Zeit, da es vermutlich Zutat der bekannten Hexensalben / Flugsalben war und mit dem Hexenglauben in Verbindung stand.

Vermutet wird, dass es sogar im Paläolithikum in Eurasien bereits schamanisch / rituell konsumiert wurde.
Auch zur Jagd wurde das Bilsenkraut verwendet (als Huhn- oder Fischgift), später dann als Bierzutat zur Verstärkung der Rauschwirkung.

Im Mittelalter wurde es dann erstmals verteufelt, im Zuge der Hexenverbrennungen wurde diese Pflanze als Hexenkraut negativ verschrien.
Seither wird das Schwarze Bilsenkraut in unserer Kultur häufig negativ angesehen, heutzutage erscheinen in den Medien immer wieder Horror-Berichte über Nachtschattengewächse.

 

Anbau / Anzucht von Hyoscyamus niger

Die Anzucht von Schwarzem Bilsenkraut aus Samen ist recht einfach, die Samen können entweder draußen im März bis April in sandige und lehmige Erde gedrückt, oder zunächst in Anzuchterde vorgekeimt und dann umgetopft werden.
Auch der Anbau im Zimmer ist möglich, die Pflanze benötigt stickstoffreiche Böden, es kann mit Rein- oder Kalkstickstoff gedüngt werden.

 

Schwarzes Bilsenkraut Mischkonsum

Im Mischkonsum kann Hyoscyamus niger andere Drogen & psychoaktive Pflanzen verstärken, weshalb es in niedriger Dosierung als Booster in Rauchmischungen verwendet wird.
Beispiele für psychoaktive Pflanzen die von einer sehr geringen Dosis an Hyoscyamus niger profitieren sind Cannabis, Dendrobium nobile, Afrikanisches Löwenohr oder Damiana.

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