Beifuß (Artemisia vulgaris) – Heilpflanze, Räucherstoff & psychoaktive Pflanze, Traumkraut

Beifuß (Artemisia vulgaris) – Heilpflanze, Räucherstoff & psychoaktive Pflanze, Traumkraut

Beifuß (Artemisia vulgaris) ist eine Heilpflanze, ein Gewürz (& essbare Wildpflanze), ein Beifuß (Artemisia vulgaris) PflanzeRäucherstoff so wie eine leicht psychoaktive Pflanze, die hierzulande und in ganz Mitteleuropa überall anzutreffen ist.

Er zählt zur Gattung Artemisia zu der 250-500 weitere Arten zählen, darunter Wermut (wichtige Absinth Zutat – hier gehts zu Absinth Rezepten), Eberraute und Feldbeifuß.
Diese Heilpflanze ist in zwei leicht verschiedene Varietäten aufgeteilt – in den europäischen (Artemisia vulgaris var. vulgaris) und den asiatischen Beifuß (Artemisia vulgaris var. indica). Sie können für die gleichen Zwecke verwendet werden, das ätherische Öl ist nur ein wenig anders zusammen gesetzt.

Die Sammelzeit des oberirdischen Krauts ist Juli bis Oktober, Oktober bis November kann die Wurzel geerntet werden.

Namen: Gemeiner / Gewöhnlicher Beifuß, Gewürzbeifuß, Mugwort, Machtwurz, Mugwurz, Besenkraut, Weiberkraut, Wilder Wermut, Weiberkraut, Jungfernkraut, Sonnenwendkraut, Johannesgürtelkraut, Fliegenkraut

 

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Beifuß Wirkung

Psychoaktive Pflanze Beifuß

Es ist umstritten, ob Artemisia vulgaris eine psychoaktive, also berauschende, Wirkung auslöst.
Viele Menschen spüren keinerlei Effekt, einige empfinden die Wirkung gerade geraucht und in Kombination mit anderen Pflanzen als deutlich spürbar.

Wird eine Wirkung gespürt, ist diese oft wahrnehmungs- & bewusstseinsverändernd, leicht beruhigend jedoch nicht plättend / „stonend“.
Die Wirkung ist meist nicht sehr euphorisch und deutlich anders als Cannabis, auch wenn Beifuß manchmal als Cannabis Alternative angepriesen wird.
Insgesamt ist die Wirkung recht subtil, was ein Grund sein kann wieso viele Menschen sie gar nicht bemerken.

Oft wird Artemisia vulgaris außerdem als Traumkraut beschrieben, ein abendlicher Konsum soll die Intensität der Träume & das Erinnerungsvermögen steigern.

Heilpflanze Beifuß

Heutzutage ist vor allem die verdauungsstärkende Wirkung von Artemisia vulgaris bekannt. Er hilft fettreiche Nahrung (beispielsweise schwere Fleischgerichte) zu verdauen, ohne das diese zu schwer im Magen liegt. Die Magensaft- & Gallenflüssigkeitsbildung wird durch enthaltene Bitterstoffe angeregt.
Dafür wird er meist als Gewürz in die jeweilige Speise gegeben, natürlich kann aber auch ein Artemisia Tee während des Essens getrunken werden.

Beifuß wirkt appetitanregend, antibakteriell, krampflösend, beruhigend (und somit schlaffördernd), durchblutungsfördernd und antimykotisch.
Verwendet werden kann er bei Blähungen & anderen Verdauungsproblemen, Blasen-, Zahnfleisch- und Eierstockentündung, Mundgeruch, Muskelkater, Hämorrhoiden, Unruhe, Neuralgien und Wechseljahrsbeschwerden.

Der enthaltene Stoffe Artemisinin ist wirksam gegen Malaria und eventuell sogar gegen Krebs. Hierzu gibt es einige vielversprechende Studien, die den Artemisia Wirkstoffen eine Krebszellen mindernde Wirkung in Aussicht stellen – jedoch bei weitem nicht genug als das Beifuß tatsächlich als Medikament gegen Krebs bezeichnet werden kann.

In der Volksmedizin war Artemisia vulgaris früher Hebammenkraut und wurde bei der Geburtshilfe eingesetzt, außerdem auch bei Menstruationsbeschwerden.
Bei Schwangerschaften & Geburten darf der Beifuß nicht angewendet werden, er kann falsch eingenommen zu Fehlgeburten führen!

Ein weiterer ehemaliger Anwendungsbereich dieser Heilpflanze war der Einsatz gegen Epilepsie und epilepsie-artige Krämpfe. Heutzutage wird er nicht mehr für diese Zwecke empfohlen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Artemisia vulgaris bei der mit der Akupunktur verwandten Moxa-Therapie eingesetzt.

Räucherstoff Beifuß

Zumeist werden die Artemisia Blütenstände geräuchert, oft auch die Blätter & Stiele.
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In Mitteleuropa gibt es (vermutlich seit Jahrtausenden) den Brauch, während der Winter- und Sommersonnenwende zur Abwehr böser Geister Beifuß (gemeinsam mit anderen Kräutern) zu räuchern.

Auch in Amerika räucherten die Ureinwohner wohl schon seit langer Zeit mit der dort heimischen Version dieser Pflanze – dem Steppen Beifuß / Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata).

Die Wirkung der Beifuß Räucherung wird als wachmachend, aktivierend und empfänglich machend für „spirituelle Eingebungen“ beschrieben, außerdem soll er Krankheitsgeister & andere „Dämonen“ fernhalten.

Es handelt sich hier natürlich um keine wissenschaftlichen Fakten sondern eher um Glauben.
Die wach und aufmerksam machende Wirkung könnte durch den höheren Kampfer Gehalt der Blüten erklärt werden – Kampfer wirkt stimulierend.

 

Beifuß Nebenwirkungen & Risiken

Beifuß darf nicht bei Schwangerschaft, der Stillzeit & bei Fieber eingenommen werden!
Bei Schwangerschaften kann es zu Fehlgeburten kommen!

Regelmäßige (also tägliche, mehrwöchige) und/oder hochdosierte Einnahme dieser Pflanze kann wegen des höheren Thujon Gehalts toxisch sein.
Wird Beifuß nicht länger als 4 Wochen täglich oder mit einigen Tagen Pause zwischen jeder Einnahme konsumiert, sollte es keinerlei Probleme mit dem Thujon geben.
Auch bei anderen Pflanzen mit hohem Thujon Gehalt sollte man etwas vorsichtig sein – beispielsweise bei Wermut (und somit auch Absinth), Schafgarbe & Ysop.

Artemisia vulgaris Pollen sind oft Auslöser allergischer Reaktionen.

 

Beifuß Dosis / Dosierung

Da Artemisia vulgaris wegen seines Thujon Gehalts nicht überdosiert werden sollte, muss auf die Dosis geachtet werden.

Für einen Tee zu Heilzwecken verwendet man einen bis maximal zwei Teelöffel zerkleinertes Kraut (entspricht 2-4g) pro Tasse. Täglich sollten 1-3 Tassen getrunken werden. Aller höchstens 10g pro Tag einnehmen, besser nur 6g pro Tag!

An diesen maximal 10g, besser 6g sollte man sich auch orientieren, wenn man den Gewürzbeifuß als Tinktur, Kräuteröl oder Beifußwein einnimmt.
Je nach dem wie stark die Zubereitung dosiert wurde, entspricht dies dann zum Beispiel 2-5 Teelöffel Tinktur am Tag.

Möchte man die psychoaktive Wirkung austesten, werden teils deutlich höhere Dosierungen verwendet (3-6g pro Tasse), dann darf das Artemisia Kraut jedoch nicht so lange täglich eingenommen werden und es müssen öfter, längere Pausen eingehalten werden.

Beim Beifuß Rauchen werden nicht so hohe Dosierungen gewählt (auch weil es irgendwann unangenehm und kratzig wird, so viel Pflanzenmaterial zu inhalieren), üblicherweise raucht man etwa 1-3g.
Beim Vaporisieren können (je nach Vaporizer) größere Mengen eingenommen werden, da der Dampf nicht negativ in der Lunge ist.

 

Beifuß Zubereitung & KonsumBeifuß / Artemisia vulgaris Ernte

Beifuß Tee

Hierfür gibt man einfach die gewünschte Dosierung in eine Tasse und gießt heißes Wasser auf. Die Ziehzeit ist 5-15 Minuten.

Der Geschmack des Tees ist angenehm und würzig, auch in einer Teemischung (bspw. mit Kamille, Schafgarbe, Minze, Bohnenkraut, Thymian…) kann der Beifuß sehr lecker sein.

Artemisia vulgaris Tee sollte nicht gesüßt werden, da die Bitterstoffe einen wichtigen Teil der Wirkung ausmachen und diese durch Süße neutralisiert werden.

Beifuß rauchen

Beifuß ist nicht nur Räucherstoff – er kann auch geraucht werden, beispielsweise in einer Pfeife, einer Bong, einer Kräuterzigarette oder in einem Joint als Tabak Ersatz.
Diese Konsummethode wird meist gewählt, wenn eine psychoaktive Wirkung verspürt werden soll.

Für einige Personen ist der Rauch sehr kratzig und unangenehm. Gesünder und angenehmer ist es sicherlich, diese Pflanze zu vaporisieren!

Beifuß vaporisieren / verdampfen

Hierfür benötigt man einen Vaporizer mit frei einstellbarer Temperatur.
Artemisia vulgaris wird bei etwa 100-150°C verdampft.

Wie gesagt ist vaporisieren deutlich gesünder & angenehmer für die Lunge als rauchen!
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Gewürz Beifuß

Artemisia vulgaris Blätter so wie Blüten & Stiele sind ein hervorragendes Gewürz.
Sie müssen schon während des Kochens hinzu gegeben werden und geben erst dann ihr vollständiges Aroma ab, ähnlich wie bei Lorbeerblättern oder Rosmarin.

Perfekt passt diese Pflanze zu fettreichen Gerichten, da er verdauungsfördernd wirkt.
Er kann beispielsweise auch in Suppen, Salaten oder auf Brot verwendet werden.

Beifuß Tinktur

Natürlich kann auch eine Tinktur hergestellt werden, hierfür wird Artemisia vulgaris Kraut in ein Gefäß gegeben und mit hochprozentigem Alkohol überschüttet.
Anschließend wird das ganze 3-6 Wochen ziehen gelassen (immer mal wieder schütteln!), dann das Pflanzenmaterial heraus gefiltert.

Auf 500ml gibt man etwa 50-150g getrocknetes Beifußkraut, hauptsache das komplette Kraut wird mit Alkohol überdeckt.

Beifuß Wein

Ähnlich wie bei einer Tinktur kann der Beifuß auch in weniger starken Alkohol gegeben werden – etwa Wein.
Beispielhaft werden 20g getrocknetes Artemisia vulgaris Kraut in eine Flasche Wein gegeben und 1-2 Wochen ziehen gelassen, bevor er heraus gefiltert wird.

So kann er Glas-weise dosiert und bspw. gegen Verdauungsprobleme eingesetzt werden.

Beifuß Fußbad

Ein Artemisia Fußbad ist sehr erholsam bei angestrengten Füßen, Muskelkater, Muskelziehen etc.
Hierfür gibt  man 10-30g Kraut in 3-4 Liter Wasser und erhitzt diese Mischung in einem Topf bis sie kocht, anschließend wird der Herd runter geschaltet und das ganze 5-10 Minuten ziehen gelassen.

Nun noch etwas abkühlen, je nachdem ob man ein warmes oder ein kaltes Fußbad möchte.

Beifuß Öl

Artemisia Öl kann entweder innerlich oder äußerlich angewendet werden. Man kann sich damit einreiben (bei Muskelkater, Rheuma, erschöpften Gliedmaßen etc), es jedoch auch in Lebensmittel o.ä. geben um von den innerlichen Heilwirkungen zu profitieren.
Oder man benutzt dieses Kraut einfach  nur um Pflanzenöl zu aromatisieren und ein Kräuteröl herzustellen

Hierfür werden etwa 5-30g in eine Flasche Öl, ein Glas o.ä. gegeben, das Pflanzenmaterial soll komplett mit Öl bedeckt sein.
Das lässt man 2-3 Wochen ziehen (an einem warmen, sonnigen Platz), alle paar Tage (oder öfter) sollte geschüttelt werden.
Nun das Kraut abfiltern, gelagert wird das fertige Öl wie üblich an einem dunkelen, kühlen Ort.

 

Beifuß Inhaltsstoffe

Artemisia vulgaris enthält bis zu 0,2% ätherisches Öl (hauptsächlich bestehend aus Thujon, Kampfer, 1,8-Cineol & Linalool), viele Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone wie Artemisinin), die Flavonoide Quercetin & Rutin, Triterpene, Polyine, Carotinoide, Gerbstoffe, Glykoproteine und die Hydroxycumarine Umbelliferon und Aesculetin.

 

Beifuß Rauchmischungen, Mischkonsum

Artemisia vulgaris + Cannabis: Das Marihuana / Haschisch High wird durch Artemisia Konsum deutlich verändert, wobei diese Veränderung schwer zu beschreiben ist. Kann den Rausch träumerisch, beruhigender machen.
Beifuß kann auch als Tabak Ersatz im Joint gemeinsam mit Cannabis geraucht werden.

Artemisia vulgaris + Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi): Die psychoaktive Wirkung dieser beiden Heilpflanzen soll gegenseitig verstärkt werden. Beide Kräuter haben für sich genommen eine subtile berauschende Wirkung die eher unbekannt ist und nicht von jedem Menschen gespürt werden. Gemischt soll die Wirkung dann schon etwas weniger subtil sein, hierzu gibt es jedoch auch nur sehr wenige Erfahrungsberichte!
Meist wird diese Kombination als Rauchmischung konsumiert.

Artemisia vulgaris + Alkohol: Verhält sich ähnlich wie bei Absinth, dieser besteht ja aus Wermut, weiteren Kräutern und sehr hochprozentigem Alkohol.
Absinth hat den Ruf in hohen Dosierungen leicht halluzinogen & kreativ zu wirken, jedoch nicht bei jeder Person.
Beifuß hat sehr ähnliche Inhaltsstoffe wie Wermut, also verhält es sich hier gleich!

Da der Artikel nun bereits recht lange ist, wird die Geschichte dieser Heilpflanze auf einen anderen zukünftig erscheinenden Artikel ausgelagert.

Über Kommentare zur Kombination von Artemisia vulgaris mit anderen Pflanzen, zur psychoaktiven Wirkung und zu Heileffekten / der Verwendung als Gewürz würden wir uns sehr freuen! Sollte euch dieser Artikel gefallen haben, teilt ihn doch mit euren Freunden / im Social Media Netzwerk eurer Wahl. 🙂

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