Mucuna pruriens / Juckbohne – Tropisches Aphrodisiakum, Tonikum, Nootropikum, Ayahuasca Zutat & essbare Heilpflanze

Mucuna pruriens / Juckbohne – Tropisches Aphrodisiakum, Tonikum, Nootropikum, Ayahuasca Zutat & essbare Heilpflanze

Quelle

Die Juckbohne (Mucuna pruriens) ist eine extrem vielseitig einsetzbare tropische Pflanze, welche zur Familie der Hülsenfrüchtler, genauer den Schmetterlingsblütler zählt.
Es handelt sich hier gleichzeitig um eine Giftpflanze, Heilpflanze, essbare Pflanze und wohl auch leicht psychoaktive Pflanze. Vor allem wird sie in ihren Ursprungsländern in Asien und Afrika verwendet, inzwischen hat sie allerdings auch ihren Weg in europäische und amerikanische Kräuterläden und Smartshops gefunden.

Hier gehe ich auf die verschiedenen Anwendungsbereiche ein, dazu zählt die Verwendung als essbare Pflanze (für Menschen und nichtmenschliche Tiere), als Heilpflanze (etwa in der Ayurveda und der Unani Medizin – hierzulande oft wegen ihres hohen Gehalt an L-DOPA), als Aphrodisiakum, Nootropikum, als potentiell psychoaktive Ayahuasca Zutat, aber auch zur Herstellung von Juckpulver (daher der Name Juckbohne).

Es handelt sich um eine potentiell gefährliche Pflanze, die aber auch sehr wirksam sein kann. Mucuna pruriens ist die beste natürliche L-DOPA Quelle!

Andere Namen: Velvet bean (Samtbohne), Lyon bean, Lacuna bean, Cowitch, Stizolobium hassjoo (veraltet)

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Mucuna pruriens Inhaltsstoffe

Die Juckbohne enthält einige Alkaloide, darunter Nikotin (nur in sehr geringen Mengen), Mucunin und Prurienin. Außerdem die Aminosäuren Stizolobinin und Stizolobinsäure, desweiteren die Gallussäure. Es wurden auch geringe Mengen an Serotonin und dem psychoaktiven Bufotenin gefunden, außerdem Tryptamin und 5-Hydroxytryptamin. Manchmal wird auch von 5-MeO-DMT und N,N-DMT als Inhaltsstoff berichtet, hierzu gibt es jedoch widersprüchliche Studien, das Vorhandensein dieser beiden psychedelischen Tryptamine ist also nicht gesichert. Wenn sie enthalten sind, dann nur in geringen Mengen, als DMT-Quelle ist diese Pflanze also definitiv nicht geeignet.

In den Haaren ist der Stoff Mucunain enthalten, welcher für die juckreizsteigernde Wirkung verantwortlich ist.

In den Samen befinden sich große Mengen an L-DOPA (Levodopa), nämlich ungefähr 3-6%.

 

Juckbohne Anwendungen

Mucuna pruriens als psychoaktive Pflanze

Die prominenteste psychoaktive Wirkung ist die aphrodisierende, die sexuelle Lust steigernde. Diese tritt wohl aufgrund des enthaltenen Levodopa ein.

Selten wird Mucuna pruriens Ayahuasca Zubereitungen zugegeben. Bei Ayahuasca handelt es sich um einen sehr stark psychedelischen Trank, der aus einer MAO-hemmenden Pflanze (z.B. Banisteriopsis caapi) und einer DMT-haltigen Pflanze (z.B. Psychotria viridis) besteht.

Es gibt einige Erfahrungsberichte, die von einer nootropischen Wirkung der Juckbohne künden. Sie soll die Konzentration und gestige Leistungsfähigkeit steigern und wird daher manchmal als Lerndroge bzw. Arbeitsdroge eingenommen. Für manche Menschen funktioniert das jedoch auch nicht so gut.

Manche verwenden Mucuna pruriens wegen des L-DOPA Gehalt auch als mildes Stimulanz oder gar gegen ADHS / ADS. Die Stimulation wird manchmal mit Koffein verglichen.

Manchmal wird Mucuna pruriens als Psychedelikum / Halluzinogen beschrieben, wobei dies vermutlich eher aufgrund von Placebo der Fall ist. In einigen Untersuchungen konnte kein 5-MeO-DMT oder DMT entdeckt werden.

Hin und wieder wird die Samtbohne auch als Traumkraut empfunden, also zur Intensivierung von Träumen bzw. zur Erleichterung von luziden Träumen und zur Verbesserung der Erinnerung an die Träume.
Subjektiv haben Menschen sogar das Gefühl, dass die Schlafqualität durch die Samtbohne verbesset wird, was bei Traumkräutern oft nicht der Fall ist.

Durch das enthaltene L-DOPA wirkt Mucuna pruriens auf manche Menschen angstlösend und in sozialen Situationen stressreduzierend. Generell fühlen sich einige Konsumenten ausgeglichener.

In Südamerika wird Mucuna pruriens traditionell nicht als Ayhausca Zutat verwendet, es gibt jedoch ein paar Berichte hierzu. Vermutlich war der Hintergedanke, dass DMT & 5-MeO-DMT in der Pflanze gefunden wurde.
Die Verwendung als Ayhauasca Zutat ist jedoch nicht sicher, man sollte dies auf keinen Fall tun!

Mucuna pruriens als Heilpflanze

In der heutigen, westlichen Medizin ist (noch) ausschließlich der Gehalt an L-DOPA von Bedeutung, wenn es um die Verwendung der Juckbohne als Heilpflanze geht.
L-DOPA ist ein häufig gegen Parkinson eingesetztes Mittel, welches die Dopamin Konzentration im Gehirn steigert (durch Parkinson ist ein Dopamin Mangel vorhanden).
Hierfür wird jedoch nicht die Pflanze eingenommen, sondern das extrahierte L-DOPA.
Weitere Anwendungsbereiche des L-DOPA sind bspw. gegen RLS (Restless Leg Syndrom, welches experimentell auch mit Kratom selbstbehandelt wird) oder die Huntington-Krankheit.

In der Volksmedizin Asiens (auch der traditionellen chinesischen Medizin, TCM), Afrikas und Indiens wird es vielfältiger eingesetzt, beispielsweise als Antidot gegen Schlangenbisse. Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die eine antitoxische Wirkung gegen Bisse von diversen Schlangen bestätigen.

Auch in der Ayurveda wurde die positive Wirkung vom enthaltenen L-DOPA gegen Parkinson erkannt, dort wird die ganze Pflanze gegen Parkinson eingesetzt (v.a. von Leuten, die sich keine isolierten Medikamente leisten können), gegen parasitäre Würmer und gegen Nervosität.

Es gibt eine Studie, laut der Mucuna pruriens weniger Nebenwirkungen bei der Behandlung von Parkinson Patienten zeigt, als isolierte L-DOPA Präparate, weswegen geprüft wird, ob die Pflanze nicht als Medizin offiziell zugelassen werden soll.
In der selben Studie wurden auch in vitro neuroprotektive (hirnschützende) Effekte beschrieben, welche bei Parkinson ebenfalls positive Auswirkungen haben könnten!
Die Pflanze wirkt erwiesenermaßen antioxidativ, wodurch sie krebshemmend und gehirnschützend ist. Sie ist auch entzündungshemmend, antimikrobiell, wirksam gegen Epilepsie, Unfruchtbarkeit, Diabetes, Hauterkrankungen und Tumore.

Es wird allerdings auch vermutet, dass L-DOPA oxidative Effekte hat und somit hirnschädigend ist, weswegen man diese Pflanze nicht als sichere Quelle für Antioxidantien sehen sollte.

Generell handelt es sich hier um eine eher risikoreiche Pflanze, da sie so viele toxische Stoffe enthält und damit nicht sicher ist, welche Dosis positiv ist. Also besser nicht für die Selbstmedikation nutzen!

Mucuna pruriens als essbare Pflanze

Die Bohnen werden in den Regionen, in denen die Pflanze natürlicherweise vorkommt, als Nahrungsquelle verwendet, ebenso die frischen Triebe.
Wegen der toxischen Inhaltsstoffe müssen die Pflanzenteile unbedingt gekocht werden. Am besten lässt man sie zunächst für 48 Stunden in Wasser ziehen, schüttet dieses Wasser weg und kocht die Pflanzenteile dann noch für eine Stunde (Kochwasser ebenfalls wegschütten).

In Indonesien sind die Bohnen als Benguk bekannt und ein Tempeh (eine Art fermentierter Tofu) wird daraus hergestellt.

Die Samtbohne enthält zwar viel Protein und große Mengen an Mineralstoffen, allerdings auch Substanzen, die der Aufnahme von Nährstoffen entgegen wirken. Wie effektiv diese Bohnen für die Nährstoffaufnahme ist, ist daher unsicher.

Außerdem werden die gerösteten Bohnen als Kaffee Ersatz aufgebrüht getrunken.

Sonstige Anwendungen

Die Haare der Samenkapseln werden teils als Zutat für ein Juckpulver genommen.

Die Blätter (als Heu / Silage) und Bohnen werden häufig als Tierfutter verwendet, Wiederkäuer werden von den Giftstoffen nicht negativ beeinflusst.

Da es sich um eine stickstoffbindende Pflanze handelt, wird sie in Form einer Jauche als Dünger für den Pflanzenanbau genutzt.

Mucuna pruriens Nebenwirkungen

Schwangere und Stillende dürfen diese Pflanze auf keinen Fall einnehmen!
Es kann gefährliche Wechselwirkungen mit Medikamenten geben. Falls ihr Medikamente nehmt, fragt unbedingt euren Arzt, ob eine Einnahme von L-DOPA sicher ist!

Da sie toxische Effekte haben kann, darf man sie auf keinen Fall täglich einnehmen, auch von Überdosierungen ist dringend abzuraten. Am besten man hält mindestens eine, besser mehrere Woche Pause zwischen jeder Einnahme ein.

Durch das L-DOPA kann es bei auf diesen Stoff empfindlich reagierenden Personen zu Magen-Darm-Beschwerden kommen, oder auch zu Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Senkung des Blutdruck, Krämpfen oder Herzklopfen.
Außerdem kann L-DOPA, wenn es in sehr hohen Dosierungen oder regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, toxisch sein. Die Wirksamkeit des L-DOPA sinkt, je länger der Stoff täglich eingenommen wird, was bei Parkinson-Kranken ein großes Problem ist.
Einige, die täglich Mucuna pruriens einnehmen, verspüren mit der Zeit starke Stimmungsschwankungen.

Möchte man Mucuna pruriens einnehmen, muss man unbedingt zunächst mit einer sehr geringen Menge beginnen, um die Reaktion des eigenen Körpers zu überprüfen! Die Dosis darf dann nur langsam erhöht werden.

Bei Parkinson Patienten kann es durch das L-DOPA zu Dyskinesie, also einer gefährlichen Störung der Bewegungen der Organe, kommen. Ob dies bei Gesunden auch passieren kann ist unklar, bislang gibt es keine Beweise hierfür.

In zu hohen Dosierungen kann Mucuna pruriens lebensgefährlich werden, da viele der enthaltenen Wirkstoffe giftig sind.
Es kann zu einer Histamin Freisetzung und dadurch Blutdrucksenkung kommen, zu einer verlangsamten Herztätigkeit, zu Atemdepression, Krampfanfällen, Verkrampfung der Bronchien und zu einer neuromuskulären Blockade.
Diese Wirkungen wurden zumindest in Tierversuchen beobachtet, welche jedoch nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind.

Durch die positiven Effekte (bspw. als leistungssteigernde Droge, als angstlösende Substanz oder als Aphrodisiakum) gibt es ein gewisses Suchtpotential. Eine Sucht von dieser Pflanze ist sehr negativ, da häufige Einnahme wie gesagt körperliche Probleme bringen kann.
Die Suchtgefahr ist nicht mit der von z.B. Amphetaminen vergleichbar, sondern deutlich geringer. Es gibt jedoch durchaus Personen, die süchtig wurden! Ein weiterer Grund immer Pausen einzuhalten!

Das Anfassen der Samenkapseln der Juckbohne erzeugt, wie der Name sagt, sehr starken Juckreiz.
Durch Kratzen an der juckenden Stelle verteilt sich der Wirkstoff noch weiter und meist wird daraufhin noch stärker gekratzt.

Mucuna pruriens Einnahme / Zubereitung

Meist wird Mucuna pruriens als Pulver angeboten, welches die gemahlenen Bohnen sind. Im Ayurveda Handel werden die Bohnen zunächst in Milch ausgekocht und dann pulverisiert, um einige der Giftstoffe zu entfernen (natürlich gehen hierdurch auch Wirkstoffe verloren).
Auch die Blätter und Wurzeln enthalten Wirkstoffe, wobei diese eher selten angeboten werden.

Mucuna pruriens Tee

Die Verwendung als Tee ist natürlich möglich, einfach eine standardmäßige Teezubereitung wählen.
Das Schlucken in Kapseln oder als Pulver in Nahrung eingerührt ist jedoch effektiver.

Juckbohne Tinktur

Die Juckbohnen Samen / Blätter können für einige Tage oder Wochen in Schnaps (z.B. Korn) gelegt werden (am besten in einem Schraubglas). Dann wird das Pflanzenmaterial abgefiltert und die Tinktur in einer Braunglasflasche gelagert.
Diese kann man (vorsichtig dosiert) einnehmen und ist gut dazu geeignet, sich langsam hochzudosieren.
Je nach gewählter Menge an Mucuna pruriens nimmt man dann zunächst eine kleine Menge Tinktur ein und nähert sich so der wirksamen Dosis an.

Mucuna pruriens Extrakt

Sehr häufig wird ein Extrakt angeboten, das entweder in Pulverform vorliegt und selbst in Getränke eingerührt oder in Leerkapseln abgefüllt werden kann, oder bereits als Kapsel-Präparat verkauft wird.

Je nach Stärke des Extrakts muss es natürlich deutlich niedriger dosiert werden als das reine Pflanzenmaterial!
Extrakt Kapseln sind die einfachste Methode, die Juckbohne einzunehmen.

Mucuna pruriens rauchen / vaporisieren

Es gibt ein paar wenige Berichte zum Rauchen dieser Pflanze, auch des Extraktes.
Die Wirksamkeit wird unterschiedlich beurteilt, manche merken eine kurz anhaltende, deutliche Wahrnehmungsveränderung, die nicht genau klassifiziert werden kann.
Am besten zum Rauchen geeignet wären die Blätter, die jedoch nicht oft erhältlich sind.
Mucuna pruriens Extrakt zu rauchen klappt wohl am besten, wenn es in Form von Harz (schwarze, dickflüssige Paste) vorliegt. Dann kann man es (evtl. durch leichte Hitze vom Feuerzeug) zerkleinern und mit einem rauchbaren Kraut (bspw. Damiana, Blauer Lotus, Habichtskraut oder Eibisch) mischen bzw. es auf das Kraut streuseln.
Am besten man raucht es in einer Pfeife mit Aktivkohlefilter.

Gesünder als das Rauchen ist natürlich das Vaporisieren in einem Vaporizer, wobei mir hier keine genauen Temperaturen bekannt sind.

 

Mucuna pruriens Dosis / Dosierung

Die Dosierung von reinem L-DOPA ist, je nach Anwendungsbereich, etwa 50-400mg.
Je nach Menge des enthaltenen L-DOPA (welche bei nicht standardisiertem, reinen Pflanzenmaterial natürlich schwer abschätzbar ist), muss die Dosis der Juckbohne dementsprechend angepasst werden.
Für den nootropischen, konzentrationssteigernden Effekt werden etwa 50-100mg verwendet.

Oft sind Extrakte erhältlich, die auf eine bestimmte L-DOPA Konzentration hin standardisiert sind.
Ein Mucuna pruriens Extrakt mit 25% L-DOPA sollte man also beispielsweise im Bereich von 200-400mg dosieren.
Die Dosierung mittels eines Teelöffels, wie es im Internet oft beschrieben wird, sollte vorsichtshalber nicht vorgenommen werden. Besser man kauft sich eine Feinwaage und wiegt die genaue Menge ab!

Die normalen pulverisierten Mucuna Samen werden mit etwa 3-8g dosiert, wobei 5g in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen die gewählte Dosis ist.
Beginnen sollte man dennoch zunächst mit etwa 1g.

 

Wissenschaftliche Quellen

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