Rapé – Schamanisches Schnupfpulver, Psychoaktives Heil- & Rauschmittel, „Schnupftabak“

Rapé – Schamanisches Schnupfpulver

Rapé ist ein Schnupfpulver mit verschiedenen Zutaten, das von Schamanen hergestellt wird und das zu einem großen Teil aus Tabak (genauer Rapé Banisteriopsis caapiBauerntabak, Nicotiana rustica) besteht.
Es handelt sich hier um ein traditionelles Heilmittel, das auch zu psychoaktiven & rituellen Zwecken eingenommen wird.

Erst seit nicht allzu langer Zeit ist Rapé in unserer Kultur angekommen, zuvor hielten die schamanischen Stämme diese Zubereitung geheim. Damit das Wissen nicht verloren geht, verkaufen seit einigen Jahren einige Stämme, welche Kontakte zu Ethnobotanik Händler unterhalten, das fertige Schnupfulver zum Weiterverkauf.

Nicht veröffentlicht sind bislang jedoch genaue Rezepte der Schnupfpulvermischungen, es werden nicht mal alle enthaltenen Pflanzen angegeben.

In einigen Stämmen wird Rapé nur zu Heilzwecken eingenommen, in anderen auch für Rituale (bspw. sogar Ayahuasca Zeremonien) oder als psychoaktiver Stoff. Jeder Stamm hat ganz eigene Rezepturen, sehr häufig wird jedoch, wie schon gesagt, der Bauerntabak und Tsunuasche genutzt. Andere pulverisierten Pflanzenteile oder Pflanzenaschen kommen hinzu.

In diesem Artikel möchte ich die raren, unvollständigen Informationen zusammenfassen, die Möglichkeiten des Mischens verschiedener psychoaktiver Pflanzen zu einem eigenen Rapé beschreiben und kurz von meinen eigenen Erfahrungen erzählen.

Übrigens: Rapé wird nicht mir „R“ ausgesprochen, sondern mit „Ch“, bzw. „H“ am Anfang. Für schwarzhumorige Wortspiele ist der Name dennoch geeignet.

 

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Rapé Wirkung & Zutaten

Allgemein gültige Aussagen über die Wirkung können, wegen der stark variierenden Inhaltsstoffe, nicht gemacht werden.
Aufgrund des enthaltenen Bauerntabaks wirken die meisten Rapé Arten jedoch stimulierend, wachmachend und stresslindernd. In hohen Dosierungen kann ein stark aufputschender Effekt auftreten, ähnlich wie bei Schnupftabak.

Verscheidenen Rapé Zubereitungen werden teils entspannende, beruhigende, teils klärende, meditative, teils empathische, herzöffnende und teils visionäre, halluzinogene, traumverstärkende Effekte zugeschrieben.
Der Körper fühlt sich deutlich anders an, vibrierend oder kribbelnd manchmal. Auch die Wahrnehmung wird ganz eindeutig verändert.

Bauerntabak ist anscheinend die einzige Zutat, die in jedem Rapé vorhanden ist, auf eine Nikotin-Wirkung sollte man sich also einstellen.

Die Hauptwirkung bei den in Deutschland bestellbaren Rapé Pulvern kommt definitiv vom enthaltenen Bauerntabak (Nicotiana rustica), der hohe Mengen an Nikotin enthält (höhere Mengen als der bei uns gerauchte Nicotiana tabacum).
Es ist gut möglich, dass durch die anderen Zutaten synergistische, veränderte Effekte auftreten.

Manchmal sind auch sehr stark psychoaktive Pflanzen enthalten, die die Wirkung klar verändern & sogar dominieren können:
Manche Rapé Arten enthalten auch DMT, 5-MeO-DMT, Bufotenin oder andere Tryptamin haltige Pflanzen, wie etwa Yopo (Anadenanthera peregrina), Cebil (Anadenanthera colubrina) oder Jurema (Mimosa hostilis / tenuiflora). Diese wirken dann natürlich stark psychedelisch / halluzinogen und können tiefe spirituelle Erfahrungen auslösen.
In der EU dürfen Rapés, die solche psychedelischen Pflanzen enthalten, jedoch nicht verkauft werden (zumindest nicht offiziell).

Weitere stark psychoaktive Pflanzen, die manchmal beigegeben werden, sind Kanna (Sceletium tortuosum), Guayusa (Ilex guayusa), Passionsblume (Passiflora incarnata) und Banisteriopsis caapi, man kann sich natürlich auch eigene Rapé Mischungen herstellen!
Mit Kanna kann das Rapé intensiver stimulierend & euphorisch wirken, mit Guayusa ebenfalls stark stimulierend (es handelt sich hier um eine Koffein-haltige Pflanze), mit Banisteriopsis caapi eher sedierend / entspannend und trance-artig (im Caapi sind MAO-Hemmer).l

Spirituelle / schamanische Wirkungen von Rapé

Ein Hauptgrund, weshalb Rapé von Schamanen eingenommen wird, sind die spirituellen Effekte.
Die „Energien“ sollen gereinigt, der Geist geklärt & geöffnet, und die Verbindung zur Anderswelt gestärkt werden. Die Wörter „geerdet“ und „energetisiert“ werden oft verwendet, all diese Begriffe können jedoch auch gut eine Beschreibung einer psychoaktiven Wirkung sein, die meiner Meinung nach schon gut auf die Rapé Effekte passt.

Die spirituelle Wirkung basiert natürlich sehr auf Glauben & Placebo.

Vor Ayahuasca Ritualen wird das Schnupfpulver manchmal zur Vorbereitung auf die herausfordernde, tiefe Erfahrungen eingenommen.

Rapé Heilwirkungen

Einige schamanische Stämme verwenden das Schnupfpulver entweder auch oder ausschließlich als Heilmittel.
Ein wichtiger Punkt bei den Heilwirkungen sind natürlich die spirituellen, unwissenschaftlichen Effekte. Ob es tatsächlich nachweisbare Wirkungen gibt, ist bislang unerforscht.

Es wird bspw. zur Reinigung der Atemwege, zur Verbesserung des Geruchssinn oder zur generellen Reinigung des Körpers angewendet (wenn viel Rapé geschnupft wird auch durch Erbrechen, welches in schamanischen Stämmen einen ganz anderen Stellenwert als bei uns hat).

 

Meine Erfahrungen mit Rapé („Tripbericht“)

Meine Freunde & ich haben Rapé bereits einige Male eingenommen, einmal bei helligtem Tag, an dem wir raus gingen und recht aktiv waren, das Set war gut (ausgeschlafen, gut gelaunt). Wir zogen eine etwa erbsengroße Menge Rapé (Yawanawa Tsunu – bestehend aus Bauerntabak, Tsunuasche & geheimen Zutaten), wobei wir von dem extremen Brennen und dem scharfen Geschmack sehr überrascht waren, und gingen daraufhin raus. Sehr schnell stellte sich eine extrem starke Wirkung ein, die wirklich unglaublich stimulierend, fokussierend war und schon zittrig und nervös machte. Ich war sehr erstaunt, dass das Rapé, obwohl es sich um ein legal in Deutschland verkauftes handelt, so intensiv wirkte. Diese krasse Stimulation hielt etwa 25-45 Minuten an, sie war weitaus stärker als alles, was ich mit handelsüblichem Schnupftabak bislang erlebte. Es hatte natürlich dennoch klare Ähnlichkeiten mit Tabak (bzw. eben mit Nikotin), war jedoch nicht so unangenehm & übelkeiterregend, wie zu viel gerauchter Tabak es sein kann.
Diese starke Wirkung trat übrigens ebenso bei der Person ein, mit der ich das Rapé zusammen schnupfte.

Nach dieser Erfahrung waren wir vorsichtiger und nahmen das nächste mal geringere Mengen ein, eine ähnlich starke Stimulation ließ sich noch einmal reproduzieren.

Beim dritten oder vierten Konsum war ich übermüdet, hatte zuvor etwas Alkohol getrunken und hörte Musik – hier wirkte das Rapé (wohlgemerkt immer noch Yawanawa Tsunu) nicht mehr so stimulierend, sondern eher trance-artig.
Es fühlte sich toll an, mit  dem Kopf im Takt der Musik mitzuwippen, es war eine sehr flüssige, ruhige Bewegung, wie man es von psychedelischen Tänzen kennt.
Eine leichte Euphorie stellte sich ein, ich fühlte mich wohl und hatte keine Nebenwirkungen.

Später testete ich die selbe Rapé Sorte dann noch mit mehreren Menschen bei einem geselligen Abend, hier war ebenfalls Alkohol im Spiel. Alle empfanden die Wirkung als recht angenehm, einmal zog ich recht viel (alle 5-10 Minuten eine Erbsenmenge) und verspürte dann Symptome eine Überdosis: Ich war überstimuliert, nervös, konnte mich nur schwer beruhigen und fühlte mich unwohl. Diese Symptome hielten nur etwa 15 Minuten an, sie lehrten mich jedoch, vorsichtig mit dem Rapé zu sein, vor allem, wenn Alkohol oder andere Drogen im Spiel sind.
Andere Menschen spürten ebenfalls klar merkbare psychoaktive Efffekte, alle würden Rapé definitiv noch einmal konsumieren.

 

Rapé Nebenwirkungen / Risiken

Nicotiana rustica
Bauerntabak

Es gelten die gleichen Risiken wie beim Bauerntabak (Nicotiana rustica) auch, wobei der nasale Konsum weniger Langzeitschäden mit sich bringt, als das Rauchen (keine giftigen Verbrennungsprodukte entstehen), außerdem ist die Suchtgefahr bei der nasalen Aufnahme ebenfalls geringer.

Dennoch gibt es eine klare Suchtgefahr, vergleichbar mit der von Schnupftabak.

Da man nicht weiß, welche Pflanzen genau enthalten sind, kann man auch keine allgemeingültige Liste an Risiken aufstellen. Ist bspw. DMT enthalten, kann das Rapé stark psychedelisch & halluzinogen wirken, Badtrips können auftreten, selten Psychosen oder posttraumatische Belastungsstörungen ausgelöst werden, es muss sehr auf Set & Setting geachtet werden.
Ist kein DMT enthalten, entfallen diese Risiken dann natürlich.

Bestimmte enthaltene Pflanzen könnten also Nebenwirkungen oder toxische Langszeitfolgen haben, ohne dass man es weiß. Vorsichtshalber sollte man das Rapé nicht allzu oft einnehmen und es nur von seriösen Quellen kaufen.

Natürlich ist das Ziehen des sehr scharfen, brennenden Schnupfpulvers schlecht für die Nasenschleimhäute und kann sie bei exzessivem Konsum auch dauerhaft / langanhaltend schädigen.
Die Nasennebenhöhlen könnten verstopfen, das Rapé muss, ähnlich wie Schnupftabak, wieder heraus geschnäuzt werden.

Es kommt recht oft zu Erbrechen, wenn sehr hohe Dosierungen Rapé eingenommen werden. Dies ist von den Schamanen gewünscht und wird als Reinigung angesehen.
Außerdem kommt es bei hoher Dosierung zu den typischen Symptomen einer Nikotin Überdosis, die sehr unanngenehm sein kann (vor allem für Menschen, die nicht täglich Tabak rauchen). Schwindel, Nervosität, Überstimulation, Übelkeit und bei sehr extremen Überdosierungen vielleicht sogar der Tod könnten eintreten.

Bei der Verwendung von Ziehrohren die geteilt / oft verwendet werden,  v.a. auch bei der traditionellen Methode, bei der eine Personen der anderen das Rapé durch ein Rohr in die Nase pustet, kann es zu Infektionen kommen.
Man muss hier sehr auf Hygiene achten, das Rohr regelmäßig desinfizieren und darf es nicht mit anderen Personen teilen.
Das Ziehen mit Geldscheinen kann zu Hepatitis & anderen Krankheiten führen, das darf man auf keinen Fall tun.
Auch Verletzungen durch scharfe Kanten kommen in der Nase sehr leicht zustande.

Allergien / Überreaktionen kann es immer geben, weshalb mit einer sehr geringen Menge begonnen werden sollte – und zwar jedes Mal, wenn man eine neue Rapé Zubereitung erhält! Hat man ein Rapé gut vertragen bedeutet das keineswegs, dass man alle anderen auch gut verträgt.

 

Rapé Einnahme

Einnahme von SchamanenRapé Rohr

Üblicherweise wird das Schnupfpulver durch ein Holzrohr von einer Person in das Nasenloch einer anderen Person gepustet, beide Nasenlöcher werden so mit dem Pulver „beschossen“.
Es gibt auch Selbstapplikatoren, ein gebogenes Rohr (genannt Kuripe), von dem man das eine Ende in den Mund, das andere Ende in das Nasenloch nimmt. So pustet man sich das Rapé selbst in die Nase.

Dort wird dieses traditionelle Schnupfpulver sehr unterschiedlich eingesetzt, teils wird es täglich von allen Stammesmitgliedern eingenommen, teils nur bei besonderen Zeremonien, teils auch nur von Schamanen.
Entweder für die heilende, spirituell reinigende oder auch berauschende / aufputschende Wirkung.

Einnahme in unserer Kultur

Sich von einer anderen Person ein stark brennendes Pulver in die Nase schießen zu lassen, klingt für die meisten nicht gerade toll.
Üblicher ist bei uns also entweder die Einnahme mit dem oben beschriebenen Selbstapplikator, oder einfach das Ziehen, wie bei Schnupftabak (vom Handrücken oder eine Ziehunterlage mit Ziehrohr).

In manchen Shops wird das Rapé als Räucherstoff verkauft, dies liegt jedoch nur daran, dass man es nicht als Schnupftabak bezeichnen darf. Das Räuchern ergibt wenig Sinn, dafür ist Rapé auch einfach zu teuer.

Von oralem Konsum ist abzusehen, da Nikotin so schnell toxisch / unangenehm wirken kann.

 

Rapé Zubereitung von Schamanen 

Es handelt sich hier um eine rituelle Zubereitung, vergleichbar mit der bei uns verbreiteten Homöopathie.
Die Schamanen erhoffen sich daraus eine spirituelle Aufladung des Rapés, wobei diese (laut wissenschaftlichem Erkenntnisstand) auf Placebo basiert.

Der Zubereitungsprozess dauert wohl oft mehrere Wochen und geht meist damit einher, dass ein erfahrener Schamane sich (durch spirituelle Techniken oder bewusstseinserweiternde Pflanzen) in einen anderen Bewusstseinszustand versetzt, während er die Zutaten zusammen mischt.

Die genaue Zubereitung ist unbekannt, nur wenige Menschen weltweit wissen, wie genau das abläuft (neben den schamanischen Stämmen auch die Ethnobotanikhändler, die mit den Schamanen befreundet / bekannt sind).

Schamanen erhoffen sich eine stärkere heilende, harmonisierende, reinigende und spirituelle Wirkung durch den besonderen Prozess.

 

Rapé selbst herstellen

Wenn einem die rituelle Zubereitung eines Schamanen nicht wichtig ist, kann man sich natürlich auch eigene Rapé Mischungen herstellen.
Natürlich weiß man nicht, welche Pflanzen wirklich in den Schnupfpulvern verwendet werden, Bauerntabak (Nicotiana rustica) ist jedoch immer dabei, Tsunuasche ebenfalls recht oft.

Von diesen beiden Zutaten aus kann man dann eigene Pflanzen pulverisieren und hinzufügen (oder verbrennen & die Asche verwenden).
Passionsblume, Blauer Lotus, DMT-haltige Pflanzen, Iboga, Fliegenpilz, MAO-Hemmer (wie Banisteriopsis caapi), Kanna, Koka, Dendrobium nobile, Salvia nemorosa, Muskatnuss und Indianertabak (Lobelia inflata) sind nur ein paar Beispiele für teils starke, teils leichtere psychoaktive Pflanzen (& Pilze), die dafür in Frage kommen.
Viele dieser Pflanzen werden auch nicht gut als Schnupfpulver funktionieren, zu grob bleiben, unangenehm sein oder keine Wirkung erzeugen. Es ist dennoch extrem interessant, eigene Kombinationen zu erforschen!

Man kann natürlich auch gekauftes Rapé mit eigenen Zutaten erweitern!

Solltet ihr schon eigene Rapé Mischungen hergestellt haben, hinterlasst doch ein Kommentar mit eurem Rezept & euren Erfahrungen, das würde mich sehr freuen.

 

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